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Wolfgang Schäuble Twittern, nein danke!

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) will zukünftig verhindern, dass aus dem Bundestag heraus getwittert wird.

Bundesstag
Wolfgang Schäuble ärgert sich über twitternde Kollegen. Foto: dpa

Wolfgang Schäuble hat sich viel vorgenommen. Vielleicht hat er sich sogar etwas Unmögliches vorgenommen. Der neue Präsident des Deutschen Bundestages möchte nämlich das Twittern aus dem Hohen Haus verhindern. Dies geht aus einem jetzt bekannt gewordenen Brief des CDU-Politikers an die Abgeordneten hervor. „Den Verhandlungen des Bundestages unangemessen und daher unerwünscht ist die Nutzung von Geräten zum Fotografieren, Twittern oder Verbreiten von Nachrichten über den Plenarverlauf“, steht darin. So berichtet es der Deutschlandfunk.

Smartphones und iPads halten Einzug

Gewiss hat sich im Bundestag einiges verändert. Jene Abgeordneten, die nicht gerade dem Kollegen am Rednerpult lauschten, tratschten früher mit ihrem Nachbarn oder beugten sich über Akten. Darunter befand sich nicht selten der Pressespiegel. Manche gingen und gehen auch umher, um in den hinteren Reihen das Gespräch mit anderen Parlamentariern zu suchen. Die Abgeordnete Angela Merkel ist zum Beispiel so eine. Sie hat dafür als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland sonst einfach sehr wenig Zeit.

In den letzten Jahren haben nun wie überall Smartphones und iPads Einzug gehalten. Und mit ihnen kann man bekanntlich Informationen nicht bloß konsumieren, sondern auch verbreiten – via Twitter und andere Kanäle. Dies geschieht mittlerweile regelmäßig. Wenn Schäuble dies unterbinden wollte, müsste er eigentlich die einschlägigen Geräte aus dem Plenum verbannen. Das jedoch dürften sich die Abgeordneten kaum gefallen lassen. Lässt er die Geräte zu, dürfte wohl auch weiter getwittert werden. Hinzu kommt, dass es ein hübsches Foto aus vergangenen Tagen gibt, auf dem ein gewisser Wolfgang Schäuble auf der Regierungsbank sitzt und auf dem vor ihm aufgeklappten iPad zwar nicht twittert, aber Sudoku spielt. Das hängt ihm jetzt nach.

Wie gesagt, der Bundestagspräsident hat sich viel vorgenommen. Andererseits könnte das Beispiel positiv Schule machen und dem Siegeszug des Digitalen zumindest an dieser einen Stelle Einhalt gebieten. Auf den weiteren Fortgang der Dinge darf man gespannt sein.

 

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