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Umfragewerte SPD droht historisches Debakel

Laut ARD-Deutschlandtrend droht das schlechteste SPD-Ergebnis bei einer Bundestagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Nach den Prognosen gäbe es zwei mögliche Koalitionsoptionen.

Wahlkampf SPD
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Königsplatz in Kassel. Foto: dpa

Der SPD droht bei der Bundestagswahl ein historisches Debakel. Laut dem ARD-Deutschlandtrend erreichen die Sozialdemokraten in der Sonntagsfrage nur noch 21 Prozent - ein Minus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche. Sollte es bei der Bundestagswahl am 24. September tatsächlich so kommen, wäre dies das schlechteste Ergebnis der SPD bei einer Bundestagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik.

Der bisherige Tiefpunkt für die Partei war das Ergebnis bei der Bundestagswahl 2009 - unter dem Spitzenkandidaten Frank-Walter Steinmeier. Damals erreichte die Partei 23 Prozent. Mit Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat kam die SPD 2013 auf 25,7 Prozent.

Im aktuellen Wahlkampf hatten die Sozialdemokraten viel Hoffnung darauf gesetzt nach dem TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem eigenen Spitzenkandidaten Martin Schulz noch einmal einen Schub zu erhalten - offensichtlich vergeblich. 

57 Prozent der Bürger wünschen sich, dass die nächste Bundesregierung von der Union geführt wird. Nur 30 Prozent wollen eine SPD-geführte Regierung.

CDU 37 Prozent, AfD elf Prozent

Für den Deutschlandtrend wurden mehr als 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt - und zwar in den Tagen nach dem TV-Duell. Die Union kommt in der Sonntagsfrage auf 37 Prozent. Drittstärkste Partei im Parlament wäre nach der aktuellen Umfrage die AfD mit elf Prozent.

Die Partei bleibt damit im Vergleich in den Umfragen stabil - und das auch nach der öffentlichen Empörung über Alexander Gauland, der die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), in Anatolien „entsorgen“ möchte. Die Linkspartei legt einen Punkt zu und kommt auf zehn Prozent. Die FDP erreicht neun, die Grünen acht Prozent.

Nach dieser Umfrage gäbe es zwei mögliche Koalitionsoptionen. Entweder Union, FDP und Grüne finden zu einer Jamaica-Koalition zusammen: also zu einem Bündnis, das es auf Bundesebene noch nie gegeben hat und mit dem es auch auf Landesebene bislang wenig Erfahrung gibt.

Oder aber die SPD ginge noch einmal als Junior-Partner in eine große Koalition unter Bundeskanzlerin Merkel. Dies wäre im Fall einer Niederlage von historischer Dimension der Parteibasis aber nur sehr schwer zu vermitteln. Eine schwarz-gelbe Koalition aus Union und FDP hätte nach der Umfrage keine Mehrheit.

Für die SPD sind die 21 Prozent im Deutschlandtrend der schlechteste Wert seit Anfang Januar 2017, also kurz bevor Martin Schulz Kanzlerkandidat wurde. Sigmar Gabriel, der damals den Parteivorsitz und seine Kanzlerkandidaten-Ambitionen aufgab, erfreut sich hingegen heute als Außenminister hervorragender Beliebtheitswerte.

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