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Sondierungen Der Bruder Grimm aus Bayern

Die Jamaika-Parteien kommen sich näher, nur CSU-Mann Dobrindt spielt nicht mit.

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Kommt gerne von rechts außen: Alexander Dobrindt. Foto: ODD ANDERSEN (AFP)

Grim Grom, so haben sie in den USA irgendwann den langjährigen sowjetischen Außenminister Andrej Gromyko genannt. Oder auch „Mister Njet“. Grimmiger Gromyko also oder Herr Nein. Wie es aussieht, hat auch die Jamaika-Sondierung ihren Grimgrom, ihren Mister Njet: Alexander Dobrindt, der als Landesgruppenchef im Bundestag so eine Art Außenminister der CSU im bayernfernen Berlin ist.

Dobrindt blickt immer etwas erstaunt durch seine schwere schwarze Brille auf die Mikrofone, aus seinem Mund kommt dann maximal schlechte Laune und nicht nur minimale, sondern gar keine Kompromissbereitschaft. Am Montag war es auch wieder so, im Frühstücksfernsehen vor Beginn der letzten entscheidenden Verhandlungsrunde. „Einen Kohleausstieg wird es nicht geben“, sagte Dobrindt.

Oder: Kompromissbereitschaft beim Thema Familiennachzug von Flüchtlingen? „Nein.“ Die CSU habe sich in der Flüchtlingspolitik mit der CDU auf eine Linie verständigt, und genau so müsse es kommen. „Was wir aufgeschrieben haben, werden wir auch so umsetzen.“

Parteien signalisieren Kompromissbereitschaft

Alle anderen Verhandlungsparteien haben zu diesem Zeitpunkt schon an allen möglichen Stellen Einigungsmöglichkeiten angedeutet. CDU-Mann Jens Spahn formulierte offen, was schon seit Wochen kursiert: Flüchtlinge könnten dann ihre Familien nachholen, wenn sie Arbeit gefunden haben.

Die Grünen hatten schon ganz zu Beginn von der Vermögenssteuer Abschied genommen und erklärt, man könne sich natürlich in keiner Position zu 100 Prozent durchsetzen. „Abräumen von Schwachsinn“ sei keine Leistung, tönte Dobrindt hingegen. Und er grummelte auch dann, wenn CSU-Chef Horst Seehofer Optimismus und Zuversicht verbreitete, in eine andere Kamera – manchmal sogar gleichzeitig.

Dobrindts „Attitüde schadet der CSU“

Selbst für die Rolle des Verhandlungshardliners sei das ein bisschen viel, finden sogar manche seiner Parteikollegen: „Die halbstarke Attitüde schadet der CSU.“ Zu der mag beitragen, dass Dobrindt sich immer besonders lustvoll gegen die Grünen positioniert hat.

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