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GroKo-Kabinett Superminister Horst Seehofer, Verlierer Sigmar Gabriel

Im neuen Kabinett gehören der CSU-Chef und SPD-Politiker Olaf Scholz zu den Gewinnern. Noch-Außenminister Sigmar Gabriel geht wohl leer aus. Ein Überblick über die Ressorts.

Horst Seehofer
Horst Seehofer: in Bayern gestürzt, in Berlin bald Innen- und Heimatminister? Foto: rtr

Als am Nachmittag alles vorbei war, plauderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein bisschen aus dem Nähkästchen. Die Verteilung der Ministerien zwischen den alten und künftigen Koalitionären sei nicht ganz einfach gewesen, sagte sie. Merkel räumte sogar ein, dass viele CDU-Mitglieder keinen Gefallen an der Vorstellung finden werden, das mächtige Finanzressort wieder den Sozialdemokraten überlassen zu müssen. Aber immerhin bekomme ihre Partei „seit Jahrzehnten mal wieder das Wirtschaftsministerium“.

Auf der letzten Seite des schwarz-roten Koalitionsvertrags steht die künftige Verteilung der Bundesministerien nach Parteien. Die CDU stellt neben der Bundeskanzlerin sechs Minister, die CSU drei und die SPD sechs. Am Mittwochnachmittag zirkulierte bereits eine Liste mit Namen möglicher Kabinettsmitglieder, die aber noch einige Unwägbarkeiten enthielt. Ein Überblick.

BUNDESKANZLERIN: Angela Merkel bleibt Regierungschefin. Es ist die vierte Amtszeit der 63-Jährigen. Sie holt sich eine neue rechte Hand in die Regierungszentrale: Kanzleramtsminister soll der 45-jährige Bundestagsabgeordnete Helge Braun werden. Der Christdemokrat aus Gießen, gelernter Arzt, ist derzeit Staatsminister für Bürokratieabbau.

VIZE-KANZLER UND FINANZMINSTER: Olaf Scholz (59) wird der starke Mann der SPD im Kabinett. Seit 2011 ist er Erster Bürgermeister in Hamburg, vorher war er bereits Bundesminister für Arbeit und Soziales. In jeder Regierung kommt dem Finanzminister eine Schlüsselfunktion zu, weil er das Geld verwaltet. Aber auch in der Europapolitik führt am Bundesfinanzminister kein Weg mehr vorbei – denn er und seine europäischen Kollegen steuern die Währungsunion.

AUSWÄRTIGES AMT: Der bisherige SPD-Chef Martin Schulz (62) will neuer Außenminister werden, den Parteivorsitz gibt er ab. Als ehemaliger Präsident des EU-Parlaments ist Schulz bestens mit internationalen Themen vertraut, er spricht mehrere Fremdsprachen. Noch-Außenminister Sigmar Gabriel (58) muss weichen.

INNEN, BAU UND HEIMAT: CSU-Chef Horst Seehofer (68) verlor den Kampf um das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, macht aber noch einmal Karriere in Berlin. Das Innenressort wird deutlich gestärkt. Die Baupolitik bietet viele Möglichkeiten zur Profilierung, schließlich mangelt es an Wohnungen. Als Innenminister und oberster Heimatpfleger des Landes ist Seehofer auch in einer guten Ausgangsposition, um gegen die AfD zu poltern. Der bisherige Ressortchef Thomas de Maizière (64) scheidet aus.

VERTEIDIGUNG: Ursula von der Leyen (59) kann vermutlich ihren Posten behalten. Sie bleibt damit auch im Rennen, wenn es eines Tages um die Nachfolge Merkels geht.

WIRTSCHAFT UND ENERGIE: Das Ministerium wechselt offenbar von der SPD zur CDU. Neuer Ressortchef wird wohl Peter Altmaier (59), bisher Kanzleramtsminister. Altmaier war bereits Umweltminister.

ARBEIT UND SOZIALES: Hierfür ist die Berliner Abgeordnete und SPD-Vize-Fraktionschefin Eva Högl (49) im Gespräch. Die Juristin arbeitete bis zu ihrem Wechsel in den Bundestag 2009 bereits zehn Jahre lang als Beamtin im Bundesarbeitsministerium.

VERKEHR UND DIGITALES:  Das Haus bleibt in den Händen der CSU. Neuer Ressortchef könnte der bisherige Generalsekretär der Partei, Andreas Scheuer, werden.

ERNÄHRUNG UND LANDWIRTSCHAFT: Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner (45) gilt als Nachwuchshoffnung ihrer Partei. Jetzt soll sie offenbar erstmals ein Bundesministerium übernehmen. Das Agrarressort ist für die Union sehr wichtig, die Bauern gehören zur Kern-Klientel.

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