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Frankfurt und Offenbach Gegendemonstrationen überlagern AfD-Wahlkampf

In Offenbach geht die Rede von AfD-Politiker Alexander Gauland in einem Pfeifkonzert unter, in Frankfurt mischt sich ein Gegendemonstrant unter AfD-Anhänger und beschimpft die Anwesenden.

Alexander Gauland
Alexander Gauland. Nur Wortfetzen von seiner Rede waren in Offenbach zu vernehmen, meist Beleidigungen in Richtung der Gegendemonstranten, die ihn übertönten. (Archiv) Foto: imago

Begleitet von Protesten antifaschistischer Gruppen hat der Kreisverband Frankfurt der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) am Freitagabend eine Wahlkampfveranstaltung im Saalbau Südbahnhof durchgeführt. Bei der eranstaltung unter dem Motto „Schicksalszeit für Deutschland“ sprachen vor rund 80 Anhängern der Partei der ehemalige Frankfurter Stadtkämmerer und stellvertretende Bundessprecher der AfD, Albrecht Glaser, sowie Joana Cotar, die auf Platz zwei der hessischen Landesliste für die Bundestagswahl im September antritt. 

Vor dem Südbahnhof hatten sich rund 150 Gegendemonstranten versammelt, die dem Aufruf des Protestbündnisses No Fragida gefolgt waren. „Wir stehen für eine solidarische Gesellschaft“, erklärte die Sprecherin des Bündnisses, Annette Ludwig. Sie kündigte an, dass das Bündnis sämtliche Wahlkampfauftritte der AfD in der Region mit Protest begleitet werde. Im Saalbau tat der Sprecher der Frankfurter AfD, Markus Fuchs, die Gegenproteste als „übliche linke Folklore“ ab. 

Die hessische Bundestagskandidatin Joana Cotar bezeichnete in ihrer Eröffnungsrede die kommende Bundestagswahl als „Schicksalswahl“: „An diesem Tag wird sich entscheiden, ob das Land weiter auf eine Katastrophe zusteuert oder nicht.“ Ihre Rede wurde kurz von einem Gegendemonstranten unterbrochen, der sich unter das Publikum gemischt hatte und die anwesenden AfD-Mitglieder lautstark als Rassisten bezeichnete. Die Veranstaltung war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet. 

Gaulands Rede geht im Pfeifkonzert unter

Auch in Offenbach hatte die AfD zu einer Kundgebung mit ihrer OB-Kandidatin Christin Thüne und ihrem stellvertretenden Bundessprecher Alexander Gauland aufgerufen. Kurz vor 18 Uhr herrschte bei Regen am Stadthof vor dem Rathaus Leere, rund 60 Polizisten sicherten die umliegenden Gebäude und Geschäfte. Bereits gegen 16 Uhr hatten am gegenüberliegenden Aliceplatz die Gegenproteste begonnen: Ein breites Bündnis von Parteien, Vereinen und Verbänden hatte seit Tagen zur Demonstration aufgerufen. Rund 200 Demonstranten waren dem Aufruf gefolgt und begannen ihre kreativen Aktionen, etwa ein gemeinsames Chorsingen.

Als kurz nach 18 Uhr Thüne und Gauland die Bühne am Stadthof betraten, ging der Applaus der knapp 40 AfD-Anhänger im Pfeifkonzert der Gegendemonstration unter. Nur Wortfetzen von Gaulands Rede waren zu vernehmen, meist Beleidigungen in Richtung der Gegendemonstranten.
Rund die Hälfte der Gegendemonstranten, die nach Polizeivorgaben hinter einer kleinen Absperrung am Aliceplatz bleiben sollten, positionierte sich schließlich an der Absperrung der AfD-Kundgebung am Stadthof.

Der Protest blieb, wie von den Organisatoren angekündigt, friedlich. Einzelne Demonstranten suchten das Gespräch mit den Polizisten. „Tut mir leid, dass Sie bei Regen hier stehen müssen“, sagte eine ältere Frau vor der Apotheke am Stadthof zu einem Polizisten, dann ging sie in Richtung AfD-Kundgebung und trillerte mit einer Pfeife.

Um 18.30 Uhr verkündete die AfD, ihre Veranstaltung vorzeitig beenden zu wollen. Thünes Worte gingen in „Nazis raus“-Rufen unter. AfD-Sympathisanten wie Gegendemonstranten verließen rasch den Platz. Nur die vielen Polizeikräfte und einige Absperrgitter erinnerten um 19 Uhr noch daran, dass hier demonstriert wurde. 

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