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Deutschland wählt Uneinheitliches Bild bei Wahlbeteiligung

Die Wahl hat begonnen, und es zeichnet sich ein uneinheitliches Bild bezüglich der Wahlbeteiligung ab. In den Städten liegt sie höher als in den ländlichen Gebieten.

24.09.2017 13:21
Bundestagswahl
Wie hoch wird die Wahlbeteiligung sein? Foto: dpa

In Deutschland hat die Wahl eines neuen deutschen Bundestages begonnen. Um 08.00 Uhr öffneten am Sonntag landesweit die Wahllokale. Die Bürger haben bis 18.00 Uhr Zeit, ihre Stimmen abzugeben. Ein einheitlicher Trend zur Wahlbeteiligung ergab sich nach ersten regionalen und lokalen Stichproben nicht.

In München gaben nach Angaben der Stadt bis kurz vor 12.00 Uhr 57,1 Prozent der Wahlberechtigten – inklusive einer deutlich erhöhten Zahl von Briefwahlstimmen – ihr Votum ab.

Das sind mehr als zehn Punkte mehr als 2013. Auch in den Großstädten Hamburg und Frankfurt gaben am Morgen mehr Bürger ihre Stimmen ab als vor vier Jahren. In dem Flächenland Niedersachsen dagegen lag die Wahlbeteiligung um 12.30 Uhr mit 32,08 Prozent um etwa einen Punkt hinter den Zahlen von 2013 zurück. Deutlich unter dem Wert von vor vier Jahren blieb auch Thüringen mit einem Minus von mehr als sechs Prozentpunkten bis zum Mittag sowie Schleswig-Holstein.

Schulz und Steinmeier haben schon gewählt

Schon früh gaben SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir ihr Votum ab. Hand in Hand mit seiner Ehefrau Inge betrat Schulz in seiner Heimatstadt Würselen das Wahllokal. „Mir geht es gut“, sagte er zu den wartenden Journalisten. Die letzten Wahlumfragen räumen ihm wenig Chancen ein, Kanzlerin Angela Merkel in ihrem Amt ablösen zu können.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stimmte schon am späten Vormittag ab. Merkel wollte dies erst am frühen Nachmittag tun. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief in der „Bild am Sonntag“ alle Deutschen auf, wählen zu gehen. „Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen sie zur Wahl“, schrieb er.

61,5 Millionen Wahlberechtigte

Wahlberechtigt sind rund 61,5 Millionen Bundesbürger. Sie können unter bundesweit 42 Parteien und 4828 Bewerbern auswählen. Nach den Umfragen dürfte die Union erneut mit Abstand stärkste Kraft werden. Im neuen Parlament dürften wohl durch die Rückkehr der FDP und den erstmaligen Einzug der rechtspopulistischen AfD voraussichtlich sechs statt bisher vier Fraktionen vertreten sein. Die Zahl der Abgeordneten könnte von 630 auf bis zu etwa 700 steigen. Gewählt wird in 299 Wahlkreisen.

In Berlin sind die Bürger zudem zu einem Volksentscheid über die Offenhaltung des Flughafens Tegel aufgerufen. Der rot-rot-grüne Senat lehnt dies unter Verweis auf den noch immer im Bau befindlichen Großflughafen BER ab. Ein Ja im Volksentscheid bedeutet aber nicht, dass der Wählerwille umgesetzt werden muss. Vor vier Jahren lag die Beteiligung bei der Wahl des Bundestages bei 71,5 Prozent, nur wenig mehr als das Allzeittief von 70,8 Prozent im Jahr 2009. (rtr)

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