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Bundestagswahl Diese Linken verlassen den Bundestag

Auch die Linksfraktion verliert einige ihrer Veteranen und Idealisten: Ein Überblick über Bundestagsabgeordnete der Linken, die zur Wahl am 24. September nicht mehr antreten.

Jan van Aken
Jan van Aken, außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion, hört nach zwei Wahlperioden auf. Foto: Imago

Man solle es sich nicht zu bequem machen im Bundestag, findet der 56-jährige Jan van Aken, von Hause aus Biologe und seit 2009  für die Linken im Parlament. Nach zwei Wahlperioden geht wieder und empfiehlt seinen baldigen Ex-Kollegen das selbe: Beschränkung der Abgeordnetenzeit auf acht Jahre.

Mit schönem Gruß auch an Parteichefin Katja Kipping und die Fraktionschefs Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht, die nach drei, vier und zwei Wahlperioden alle erneut kandidieren. Letzterer hatte er zwischendurch ohnehin den Rücktritt empfohlen, weil sie die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin als Linkenpolitikerin „von rechts“ kritisiert habe.

Auch die einstige Vize-Parteichefin  Halina Wawzyniak tritt nicht mehr an. Ein Grund sind die Flügelkämpfe in ihrer Partei. In einem internen Strategiepapier hatte man sie zur „Resterampe“ der Partei gezählt. „Ein Tiefpunkt“, sagt die 44-Jährige.

„All dies hat Auswirkungen auf die eigene politische Arbeit ebenso wie auf die eigene Gesundheit.“ Der Spruch „So ist halt Politik“ reicht ihr nicht. Ihre Ideen gebe es weiter, auch wenn sie nicht im Bundestag sei.

Abschied vom Bundestag nimmt auch Wolfgang Gehrcke. Wer ihn als einzigen und letzten Kommunisten im deutschen Parlament bezeichnete, erntete von dem Frankfurter Abgeordneten keinen Widerspruch. Gehrcke  war schon als Jugendlicher in die verbotene KPD eingetreten und blieb der sowjetnahen Partei, die später als DKP wiedergegründet wurde, bis zum Mauerfall treu. In der Wendezeit zählte er dort zu den „Erneuerern“, wechselte aber 1990 zur PDS.  

Auch dort pflegte der umgängliche Publizist – wenn auch mit kritischen Zwischentönen – den Politikstil der Ex-„DKPisten“ weiter: knallhart revolutionär in der Grundausrichtung, immer mit einem Schuss Verständnis für Moskau, aber geschmeidig, wenn es um konkrete Kompromisse Projekte und Projekte ging. 

Zu den weiteren Aussteigern aus der Linksfraktion gehören Wolfgang Gehrcke, Herbert Behrens und Roland Claus. 

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