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Bundestag Die Rechten sind da

Der Einzug der AfD in den Bundestag ist eine Zäsur - was die Populisten verändern, wird sich zeigen. Ein Kommentar.

AfD
Die AfD im Parlament. Foto: afp

Das Spektakulärste der ersten Sitzung des neuen Bundestages an diesem historischen Tag war wohl, dass es wenig Spektakuläres gab. Sicher, die knapp 100 Abgeordneten der AfD waren unübersehbar – unübersehbar auch durch die das Bild dominierenden dunklen Anzüge der Männer, zwischen denen die Frauen als das erschienen, was sie in der AfD sind: Raritäten.

Allerdings hatten sich die Vertreter der Rechtspartei zur Disziplin gezwungen. Wer da saß, zeigte sich erst, wenn man genauer hinsah. Als Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte, „niemand vertritt allein das Volk“, applaudierten die AfD-Abgeordneten nicht.

Die Umfragen aus den Ländern und die Erfahrungen aus anderen europäischen Staaten lassen vermuten, dass die AfD länger bleibt als vier Jahre. In Thüringen taxieren die Demoskopen sie bei 20 Prozent – obwohl dort mit Björn Höcke ein Rechtsradikaler die Partei führt.

Auf einen Zerfall der Truppe sollte man nicht hoffen. Ob und wie die AfD den Bundestag 72 Jahre nach Kriegsende prägt, wird man erst in ein paar Monaten wissen. Möglicherweise hat begonnen, was die Demokratie am meisten gefährdet: eine Gewöhnung an die Feinde der Demokratie – mitten an ihrem vornehmsten Ort. 

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