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Bundespräsident Steinmeier fordert verantwortungsvollen Journalismus

Zu einem Festakt im Opernhaus in Hannover betonen alle Redner die Bedeutung eines verantwortungsvollen Journalismus für die Demokratie. Auch Frank-Walter Steinmeier.

15.06.2018 14:17
Katholikentag
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Foto: epd-bild/Stefan Arend

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum 125-jährigen Bestehen der Mediengruppe Madsack an die Verantwortung von Journalisten appelliert. „Wenn Redaktionen größer werden, wenn mehr Zeitungen von einer zentralen Redaktion beliefert werden, dann steigt damit auch die Verantwortung für die Berichterstattung noch einmal beträchtlich“, sagte Steinmeier am Freitag bei einem Festakt in Hannover.

„Wenn man mit seinen überregionalen Berichten und Kommentaren täglich bis zu 6,8 Millionen Leser von mehr als 50 Tageszeitungen erreicht, muss sich jeder einzelne Journalist bei Madsack dessen bewusst sein“, so der Staatschef. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) plädierte bei der Feier für mehr Qualitätsjournalismus.

Großes Bürgerfest zum 125. Geburtstag

Die Mediengruppe Madsack feiert an diesem Wochenende ihr 125-jähriges Bestehen. Nach dem Festakt am Freitag veranstaltet das 1893 gegründete Verlagshaus am Samstag ein großes Bürgerfest unter freiem Himmel rund um seinen traditionellen Standort, das Anzeiger-Hochhaus in der Innenstadt.

Zur Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG gehören heute 15 regionale Tageszeitungen und 28 Anzeigenblätter, darunter Traditionsblätter wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“, die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ und die „Ostsee Zeitung“. Damit ist Madsack in acht Bundesländern in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland vertreten. Gründer des Medienhauses war der Journalist und Verleger August Madsack (1858-1933).

Steinmeier sagte vor rund 900 geladenen Gästen, eine Zeitung solle ihre Zeit in Worte fassen, Vielfalt abbilden und „ein Stück Heimat sein“. Doch mit der Konzentration bei den Printmedien wachse auch die publizistische Verantwortung gerade der großen Medienhäuser. „Sie - ich meine gerade die großen - müssen dafür Sorge tragen, dass ihre Zeitungen und Online-Portale unabhängig und verlässlich berichten können - und dass sie Meinungsvielfalt abbilden“, sagte der Bundespräsident.

Weil: Demokratie ist auf Journalisten angewiesen

Ministerpräsident Weil betonte, die Demokratie sei auf verantwortungsvolle Journalisten angewiesen. Derzeit werde immer öfter verächtlich über die demokratische Ordnung geredet, der Verlust an Rationalität und Vernunft sei beunruhigend. „Dagegen hilft ein vielfältiger Qualitätsjournalismus. Ohne eine freie, kritische, aber auch verantwortungsbewusste Presse ist Demokratie nicht denkbar“, sagte der SPD-Politiker.

Konzern-Chef Thomas Düffert sagte in seiner Festrede, in der Geschichte des Unternehmens sei es immer um Freiheit gegangen - um journalistische Freiheit ebenso wie um unternehmerische Freiheit. „Journalistische Freiheit geht nur, wenn man wirtschaftlich unabhängig ist“, betonte er. „Selbst das größte journalistische Herz wird nicht schlagen können, wenn die Zahlen nicht stimmen.“

Zum Konzern gehören rund 4.000 Mitarbeiter. Sie erwirtschaften einen Umsatz von rund 670 Millionen Euro im Jahr. Seit 2013 beliefert das unternehmenseigene „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) die eigenen Zeitungen des Verlags und viele weitere Titel mit zentralen Inhalten. Im Mai gründete Madsack zusammen mit der Kölner Mediengruppe DuMont eine gemeinsame Hauptstadtredaktion in Berlin. (dpa)

 

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