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Bundespolizei Schwere Aufgabe für neuen Bundespolizei-Chef

Einen leichten Start an der Spitze der Bundespolizei hat Dieter Romann gewiss nicht. Das liegt vor allem daran, dass die Entlassung seines Vorgängers Matthias Seeger höchst umstritten ist, und dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den Wechsel ohne Angabe von Gründen vollzog.

01.08.2012 11:52
Der Referatsleiter für Terrorismusbekämpfung im Bundesinnenministerium, Dieter Romann, ist nun neuer Präsident der Bundespolizei. Foto: dapd

Nach seiner Ernennung am Mittwoch machte sich Romann umgehend an die Arbeit. Im Bundespolizeipräsidium in Potsdam wartet ein Berg von Problemen auf den neuen Chef. In der Nachfolgeorganisation des Bundesgrenzschutzes haben viele der 41.000 Beschäftigten ihre Rolle noch nicht gefunden. Die von Friedrichs Vorgängern geplante Fusion mit dem Bundeskriminalamt ist abgeblasen worden. Nun wird von Romann ein schlüssiges Konzept für die Bundespolizei erwartet.

Der promovierte Jurist stammt aus Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Er hat in Bonn studiert und in Köln sein Erstes Staatsexamen abgelegt. Seit 1993 steht er im Dienst des Bundesinnenministeriums. Dort befasste er sich zunächst mit Fragen des Dienstrechts sowie mit Organisationsfragen des damals noch existierenden Bundesgrenzschutzes. 2000 wechselte Romann in die Abteilung für Ausländerrecht und -politik. Er war dort an der Formulierung der Anti-Terror-Gesetze und des Zuwanderungsgesetzes beteiligt.

Von 2005 bis 2009 war Romann Referatsleiter bei der Bundespolizei und für Grundsatzfragen zuständig. Seit Ende 2009 leitete er das Referat Ausländerterrorismus und -extremismus im Innenministerium. Islamischer Terrorismus und der Salafismus waren seine Schwerpunkte. Mitte Juni koordinierte er eine bundesweite Razzia gegen radikal- islamische Salafisten, bei der an 80 Orten Wohnungen, Vereinsräume und eine Moschee durchsucht wurden.

Die Bundespolizei wurde bisher von Matthias Seeger geleitet. Neben ihm mussten auch seine zwei Stellvertreter ihre Posten räumen. Nun soll der Informationsaustausch mit der Polizei intensiviert werden. Gestärkt werden müsse auch das „Gemeinsame Abwehrzentrum Rechtsextremismus“. (küc mit dpa)

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