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Bürgerkrieg Jemen ist gegen saudische Bodentruppen

Die Regierung des Jemen lehnt den Einsatz saudi-arabischer Bodentruppen im gemeinsamen Kampf gegen schiitische Huthi-Milizen ab. Der Präsident befindet sich weiter im Exil.

16.04.2015 17:05

Die Regierung des Jemen hat sich gegen den Einsatz saudiarabischer Bodentruppen im gemeinsamen Kampf gegen schiitische Huthi-Milizen ausgesprochen. "Wir hoffen immer noch, dass es neben den Luftangriffen nicht auch zu einem Einsatz am Boden kommt", erklärte Vize-Präsident Chaled Bahah. Er rief die Streitkräfte seines Landes auf, seine Exilregierung zu unterstützen.

Bedingung für Friedensgespräche seien die Rückkehr von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi nach Aden - eine Hochburg der Regierung - sowie ein Ende der Gefechte. Ein hochrangiger Vertreter der Huthi wies die Forderung nach einer Rückkehr Hadis zurück. Unterdessen wurden neue Kämpfe nahe Tais gemeldet.

Präsident Hadi hat sich nach Saudi-Arabien abgesetzt, um vorrückenden Huthi zu entkommen. Die vom Iran unterstützten Milizen kontrollieren inzwischen weite Teile des Landes. Eine sunnitische Allianz unter der Führung von Saudi-Arabien versucht, mit Luftangriffen die Huthis zurückzudrängen. Diese müssten "sofort und bedingungslos beendet werden", sagte Mohammed al-Buchaiti, ein Mitglied des Huthi-Politbüros, der Nachrichtenagentur Reuters. An der Seite der Miliz kämpfen Teile des Militärs, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh gegenüber loyal sind. Anwohner berichteten am Donnerstag von einer neuen Front nahe Tais in der Mitte des Landes. Dort kämpften Stammesmitglieder gegen Huthi-Milizen. Auf beiden Seiten seien Soldaten beteiligt, hieß es.

Anhaltende Kämpfe

Die anhaltenden Kämpfe bedrohen nach Angaben der Vereinten Nationen die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln. Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte, zwölf Millionen Menschen - fast die Hälfte - in dem verarmten Land seien als "versorgungsgefährdet" eingestuft.

Der Jemen importiert etwa 90 Prozent der Lebensmittel. Auch die Wirtschaft des Landes wird durch die Gefechte schwer in Mitleidenschaft gezogen. Am Donnerstag machte die Raffinerie in Aden höhere Gewalt geltend, weil sie wegen der Kämpfe keine Lieferungen annehmen kann. Mindestens vier Öl- und Erdgastanker mit Ziel Jemen haben inzwischen abgedreht.

Die UN gehen von 600 Toten seit dem Einmarsch der Huthi in die Hauptstadt Sanaa im September aus. Saudi-Arabien und der Iran sind erbitterte Rivalen, weswegen eine Ausweitung des Konflikts befürchtet wird. Bislang sind alle Friedensbemühungen gescheitert. Am Mittwoch trat der UN-Gesandte für den Jemen, Dschamal Benomar, zurück. Die weltgrößte islamische Vereinigung, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), rief Indonesien zur Vermittlung auf. Dazu solle die asiatisch-afrikanische Konferenz kommende Woche in Jakarta genutzt werden, erklärte die indonesische Regierung. Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung. (rtr)

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