Lade Inhalte...

Brexit-Entscheidung Erste Ratingagentur straft Großbritannien ab

Briten stimmen für den Brexit +++ Cameron kündigt Rücktritt an +++ EU-Spitze fordert sofortigen Verhandlungsstart +++ Britisches Pfund auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren +++ Der Tag der Entscheidung im Liveticker.

Die Briten wollen es ruhig angehen lassen, Parteien fordern jedoch den sofortigen Start der Austrittsverhandlungen. Foto: dpa

23.53 Uhr: Der Austritt Großbritanniens aus der EU wird nach Einschätzung von Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem den Exodus von Banken aus dem Finanzzentrum London antreiben. Außerdem dürfte der Zugang britischer Geldhäuser zum Binnenmarkt der Europäischen Union begrenzt werden, sagte der niederländische Finanzminister dem Sender RTL am Freitagabend. Dies sei der Preis, den das Land für den sogenannten Brexit bezahlen werde.

23.36 Uhr: Die US-Ratingagentur Moody's droht Großbritannien nach dem Votum für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) mit einer Herabstufung. Der Ausblick für die Einstufung sei von «stabil»
auf «negativ» gesenkt worden, teilte die Agentur am Freitagabend mit. Das Rating blieb mit «AA1» aber zunächst unverändert. Die Agentur bestätigte zugleich das Top-Rating der EU mit «AAA».

22.06 Uhr: Die US-Börsen haben am Freitag schwächer geschlossen. Der Dow-Jones-Index fiel um 3,4 Prozent auf 17.400 Punkte. Der breiter gefasste S&P gab um 3,6 Prozent auf 2037 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 4,1 Prozent auf 4708 Zähler.

21.54 Uhr: Der Europäischen Union drohen nach Einschätzung des türkischen Präsidenten Recep Tayypip Erdogan kurzfristig weitere Austritte von Mitgliedsländern, sollte sie an ihrem an ihrem Kurs festhalten.

21.50 Uhr: Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, ist empört darüber, dass der britische Premierminister Cameron nach der Abstimmung erst im Oktober zurücktreten will. "Offen gestanden, ich finde das skandalös. Zum wiederholten Male wird ein ganzer Kontinent in Geiselhaft genommen für die parteiinternen Überlegungen der konservativen Partei Großbritanniens", sagte Schulz in den ARD-Tagesthemen.

21.34 Uhr: Die Regierungen Irlands und Nordirlands haben nach dem Votum der Briten für den Austritt aus der EU den Vorschlag der nordirischen Partei Sinn Féin abgelehnt, die Nordiren über eine Vereinigung mit Irland abstimmen zu lassen. Der irische Premierminister Enda Kenny sagte am Freitag, es gebe "derzeit wesentlich wichtigere Fragen". Irische Medien berichteten, die Abgeordneten würden zu einer Dringlichkeitssitzung am Montag aus der Sommerpause zurückgerufen. Die nordirische Regierungschefin Arlene Foster wies den Vorschlag ebenfalls zurück.

21.17 Uhr: EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat Großbritannien aufgefordert, umgehend die Verhandlungen über den Austritt aus der Europäischen Union (EU) aufzunehmen. Er verstehe nicht, warum die britische Regierung bis Oktober für die Entscheidung brauche, ob sie den Scheidungsbrief schicke oder nicht. "Ich hätte den gerne sofort", sagte Juncker am Freitagabend im ARD-Fernsehen.

20.04 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat nach eigenen Angaben mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Cameron telefoniert. Die besondere Beziehung zwischen Großbritannien und den USA werde weiterbestehen, sagt Obama.

19.57 Uhr: Irland sieht gute Chancen, britische Firmen auf die Nachbarinsel zu locken. Entsprechende Gespräche liefen bereits seit Monaten, sagt der Chef der staatlichen Investitionsagentur IDA, Martin Shannahan, der Nachrichtenagentur Reuters. Dublin konkurriert hier unter anderem mit Frankfurt und Paris. Auf der grünen Insel sind bereits internationale Konzerne wie Apple und Citigroup vertreten.

19.34 Uhr: Frankreichs Finanzminister Michel Sapin stellt einen "roten Teppich" für die britischen Banken in Aussicht - eine Anspielung auf einen Satz von Premierminister David Cameron von 2012, der die gleiche Geste für französische Firmen angekündigt hatte. Allerdings hege man keine bösen Absichten gegenüber den Briten, sagt Sapin: "Ich glaube, Großbritannien hat bereits genug politische, wirtschaftliche und finanzielle Probleme."

18.28 Uhr: Der internationale Luftverkehrs-Verband IATA erklärt unter Berufung auf erste Schätzungen, die Zahl der Flugpassagiere aus Großbritannien könnte bis 2020 um drei bis fünf Prozent geringer ausfallen. Grund seien die erwartete konjunkturelle Abschwächung und voraussichtliche Kursverluste des Pfund infolge des Brexit-Votums.

18.26 Uhr: Ein US-Handelsvertreter sieht auch nach der Brexit-Entscheidung starke wirtschaftliche und strategische Argumente für das geplante TTIP-Freihandelsabkommen mit der EU.

18.15 Uhr: Bundestagspräsident Norbert Lammert hat mit den Parlamentspräsidenten in Frankreich, Italien und Luxemburg telefoniert. Sie hätten die gemeinsame Überzeugung bekräftigt, dass der Prozess der europäischen Einigung auch ohne Großbritannien fortgeführt werden müsse, teilt der Bundestag mit. Man werde die nun anstehenden Austrittsverhandlungen für Großbritannien mit großer Sorgfalt parlamentarisch begleiten und sich in bewährter Weise abstimmen.

17.59 Uhr: Die Devisenmärkte haben nach Worten eines JPMorgan-Chase -Spitzenmanagers nach dem ersten Schock durch das Brexit-Votum "ziemlich gut" funktioniert. "Unter diesen Umständen läuft es relativ reibungslos", sagt Daniel Pinto, der den Bereich Firmenkunden und Investmentbanking der US-Großbank leitet, der Nachrichtenagentur Reuters.

17.52 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat der britischen Regierung vorgeworfen, die EU-Mitgliedschaft leichtfertig verspielt zu haben. Er erinnerte am Freitag in einem Interview für die ZDF-Sendung «Was nun?» daran, dass das Referendum seinen Ursprung in Auseinandersetzungen innerhalb der konservativen Regierungspartei des britischen Premierministers David Cameron hat. "Die Regierung (hat) mit dem europäischen Schicksal gespielt und hat verloren", sagte er. Die Haltung zur Europäischen Union sei innenpolitisch instrumentalisiert worden.

17.48 Uhr: Frankreichs Finanzminister Michel Sapin spricht von einem schweren Schock für die Finanzmärkte nach dem Brexit-Votum. Doch die Auswirkungen davon seien unter Kontrolle.

17.40 Uhr: Die Katalanen in Spanien sehen sich durch das Brexit-Votum in ihrem Streben nach Unabhängigkeit bestärkt. Nach Worten des Chefs der Regionalregierung, Carles Puigdemont, zeigt der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, dass auch Katalonien seine Unabhängigkeit ohne Zustimmung der Zentralregierung in Madrid beanspruchen könnte.

17.38 Uhr: Die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU wird das bilaterale Zuwanderungsabkommen zwischen Frankreich und Großbritannien nicht beeinträchtigen. Das teilt ein französischer Regierungssprecher mit.

17.22 Uhr: Der voraussichtliche republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat das Votum der Briten für den Austritt aus der EU begrüßt. Die Entscheidung sei "großartig" und "fantastisch", sagte Trump bei einem Besuch in Schottland, wo er zwei Golfplätze besitzt. "Die Menschen wollen ihr Land zurück, sie wollen ihre Unabhängigkeit", sagte Trump. Es gebe eine "echte Parallele" zwischen dem Votum für den Abschied von der EU und seiner Nominierungskampagne: Die Menschen sowohl in Großbritannien als auch in den USA seien unzufrieden mit dem "Strom" von Einwanderern. "Es gibt große Ähnlichkeiten zwischen dem, was hier passiert ist, und meiner Kampagne."

17.02 Uhr: Mit dem Hashtag #ScotLond wehren sich Brexit-Gegner im Netz gegen den Austritt aus der EU. Auf Twitter kursierte am Freitag eine Bildkombi, die augenscheinlich eine idyllische schottische Landschaft und die Sykline Londons zeigte - überlagert von den Sternen der europäischen Flagge. Das Foto wurde von vielen Nutzern kommentiert und verbreitet.

16.57 Uhr: VW-Chef Matthias Müller will an seinen britischen Töchtern, zu denen unter anderem Bentley gehört, festhalten, wie er der "Handelsblatt"-Onlineausgabe sagt. Volkswagen wolle nun mit der Regierung in London zusammenarbeiten, "um eine positive Zukunft für unser Unternehmen sicherzustellen".

16.22 Uhr: Frankreichs konservativer Parteichef und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat nach dem Brexit-Votum der Briten einen neuen EU-Vertrag gefordert. Die Frage einer weitreichenden Neugründung der Europäischen Union sei dringend, sagte Sarkozy. Die Entscheidung der Briten gegen die EU-Mitgliedschaft reflektiere eine starke Ablehnung eines Europas, wie es derzeit funktioniert. "Was das britische Volk gesagt hat, hätten auch andere Völker sagen können", sagte der Franzose.

15.52 Uhr: Das Nein der Briten zu einem Verbleib in der EU hat auch die amerikanischen Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor im frühen Handel 2,7 Prozent auf 17.520 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 2,6 Prozent auf 2058 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 3,6 Prozent auf 4734 Punkte.

15.20 Uhr: Die EU wird nach Worten ihrer Außenbeauftragten Federica Mogherini nicht an Gewicht auf der Weltbühne verlieren. Die EU werde eine Kraft für Frieden, Sicherheit und internationale Zusammenarbeit bleiben.

15.17 Uhr: Der britische Fußball werde durch den Brexit keinen Schaden nehmen - das zumindest hofft ein Sprecher der Premier League. Es mache wenig Sinn, über die künftigen Regeln für ausländische Spieler in Großbritannien zu spekulieren. Nach einer BBC-Übersicht erfüllen über 100 Spieler aus anderen EU-Staaten nicht die strengeren Kriterien, die Spieler aus Nicht-EU-Staaten für eine Aufenthaltserlaubnis vorweisen müssen.

14.38 Uhr: Das englische Nationalteam hält seine unpolitische Linie bei der Fußball-EM bei und will sich nicht zum britischen Brexit äußern. "Ich denke, dass keiner von uns genug darüber weiß, um es zu kommentieren", sagte Stürmer Harry Kane am Freitag im EM-Quartier von Chantilly. "Ich weiß nicht genug darüber, um besorgt zu sein. Und ich denke, den anderen geht es genauso."

14.15 Uhr: In Russland wird das Ergebnis der britischen Volksabstimmung von vielen bejubelt. Mit der Europäischen Union kann Russland traditionell wenig anfangen, Brüssel gilt als Feind. "Das ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde", so Parlamentsvize Wladimir Schirinowski (70), Chef der nationalistischen Liberaldemokraten. In der Realpolitik agiert Russland vorsichtig. Präsident Putin mag keine Unruhe, keine abrupten Entwicklungen, die der Kreml nicht steuern kann.

13.25 Uhr: Mit der Entscheidung der Briten für den Brexit hat nach Einschätzung des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vermutlich der Zerfall der EU begonnen. An den Beziehungen zwischen Großbritannien und den USA werde sich nichts ändern.

12.56 Uhr: Papst Franziskus würdigt das Votum der Briten für einen EU-Austritt als "Willen des Volkes".

12.40 Uhr: Nach Ansicht des führenden Vertreters des Brexit-Lagers, Boris Johnson, dürfte sich kurzfristig nichts ändern. Es gebe keinen Grund zur Eile, sagt der frühere Londoner Bürgermeister.

12.30 Uhr: Der Kreml hat die Brexit-Entscheidung als innere Angelegenheit Großbritanniens bezeichnet. "Moskau ist daran interessiert, dass die Europäische Union eine blühende, stabile und berechenbare Wirtschaftsmacht bleibt", sagte Präsidentensprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau.

12.05 Uhr: Die EU-Institutionen fordern die britische Regierung auf, das Referendum so rasch wie möglich umzusetzen. Jegliche Verzögerung würde die Unsicherheit verlängern, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

11.36 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier fordert ein Signal des Zusammenhalts der übrigen 27 EU-Staaten. "Dies ist kein einfacher Tag für Europa", sagt Steinmeier in Luxemburg. Nun komme es darauf an, beieinander zu bleiben und die Kraft aufzubringen, die Krise zu bewältigen. Die EU müsse die anstehenden Probleme lösen, etwa in der Flüchtlingsdebatte oder bei Wachstum und Beschäftigung.

11.45 Uhr: Heftige Finanzmarkt-Verwerfungen nach der Entscheidung der Briten für einen Brexit rufen auch die Europäische Zentralbank (EZB) auf den Plan. "Die EZB steht bereit, falls nötig, zusätzliche Liquidität in Euro und in Fremdwährungen bereitzustellen", teilten die Euro-Wächter am Freitag mit. Die EZB habe sich auf diesen Notfall in engem Kontakt mit den Banken, die sie überwache, vorbereitet. Sie beobachte die Finanzmärkte genau und stehe in engem Kontakt mit anderen Zentralbanken.

11.30 Uhr: Nach dem Brexit-Votum hat die Nato ihren Willen bekräftigt, ihre Zusammenarbeit mit der EU auszuweiten. Die Kooperation werde beim Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau ausgebaut, "weil wir zusammen wirksamer dabei sind, unsere gemeinsamen Werte hochzuhalten und die Sicherheit unserer Nationen zu erhalten", erklärte Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Großbritanniens bleibe ein starkes Nato-Mitglied und werde im Bündnis weiter eine "führende Rolle" spielen.

10.55 Uhr: CSU-Chef Horst Seehofer hat nach dem Brexit eine Absage an "Zentralismus und Gleichmacherei" in der EU gefordert. "Die EU muss jetzt deutliche Signale setzen für eine Reform ihrer Politik", sagt er. Seehofer dringt auf eine "zügige und besonnene" Verhandlung mit Großbritannien.

10.37 Uhr: Der designierte Kandidat der US-Republikaner bei den Präsidentenwahlen, Donald Trump, zeigt sich erfreut über das Brexit-Votum. Die Briten hätten "wieder die Kontrolle über ihr Land" zurückgewonnen, sagt Trump in Schottland, wo er ein Golf-Hotel eröffnet.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

10.40 Uhr: Spanien will nach Brexit geteilte Souveränität über Gibraltar.

10.23 Uhr: Nordirlands Regierungschefin hat nach dem Brexit-Votum jeglichen Ideen eines Austritts Nordirlands aus dem Königreich eine Absage erteilt. Ein Referendum für ein vereinigtes Irland wäre niemals erfolgreich, sagt die Erste Ministerin Arlene Foster.

10.15 Uhr: Die EU benötigt nach Ansicht von EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) Stabilität und kann nicht auf die Nachfolge von Premierminister David Cameron warten. Die EU dürfe nicht aufgehalten werden von internen Kämpfen der britischen Konservativen über den nächsten Regierungschef, fordert der Vorsitzende der größten Fraktion im EU-Parlament.

10.10 Uhr: SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann bezeichnet das Brexit-Votum als "Weckruf" für Europa. Die EU müsse sich nun auf die Bewältigung der Flüchtlingskrise, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die gemeinsame Sicherheitspolitik konzentrieren.

10.00 Uhr: SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sieht im Votum der Briten keinen Untergang, sondern die "Chance für einen Neuanfang". Der Brexit sei "ein schriller Weckruf" für die europäische Politik, sagt Gabriel dem "Tagesspiegel". "Wer den überhört oder sich in die üblichen Rituale flüchtet, fährt Europa gegen die Wand."

9.50 Uhr: Aktuell spricht der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, zu den Folgen des Brexit. "Wir stehen vor turbulenten Zeiten, da brauchen wir Stabilität", so Schulz. Man werde jetzt überlegen, welche Schritte möglich und nötig sind. Natürlich werde man den Willen des britischen Volkes respektieren und auch versuchen, die EU für alle Menschen besser und attraktiver zu machen.

9.20 Uhr: Der britische Premier David Cameron äußert sich in London, Downing Street 10, zum Brexit. "Der Wille der Wähler muss respektiert werden". Er sei davon überzeugt gewesen, dass Großbritannien besser in der EU aufgehoben sei. Aber das Volk wolle einen anderen Weg gehen. Er werde das Schiff in den nächsten Monaten steuern. Bis Oktober soll ein neuer Premier gewählt werden, der die Entscheidungen zu Artikel 50 treffen und den Ausstieg managen muss. Er werde von seinem Amt zurücktreten und den Willen des Volkes akzeptieren. Cameron beteuerte, er liebe sein Land. "Es ist mir eine Ehre, dass ich ihm gedient habe", sagte er vor seinem Amtssitz.

9.15 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hält die Flüchtlingskrise für den entscheidenden Faktor beim Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union. Die Briten seien mit der EU-Flüchtlingspolitik unzufrieden.

9.10 Uhr: Nach der Entscheidung der Briten für ein Verlassen der EU ist der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 9,94 Prozent in den Handelstag gestartet. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brachen am Freitagmorgen um jeweils 17 Prozent ein. Auch die Londoner Börse startete mit einem kräftigen Minus von 7,5 Prozent, in Paris waren es knapp acht Prozent. Die Börsen in Tokio und Seoul schließen mit einem kräftigen Minus. Die stärksten Kursabschläge verzeichnete der Nikkei-Index in Tokio, der mit einem Minus von 7,9 Prozent bei 14 952 Punkten aus dem Handel ging. Der Kospi-Index in Seoul fiel um rund drei Prozent auf 1925,24 Zähler.

9.06 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk betont im Namen der übrigen Mitgliedsländer die Geschlossenheit der 27 EU-Staaten. Es werde kein rechtliches Vakuum geben; die EU-Regeln blieben auch für Großbritannien bestehen, bis der Austritt geregelt sei. Dies sei ein ernster und dramatischer Moment, räumt Tusk ein. "Aber es ist kein Moment für hysterische Reaktionen. Wir haben uns auf dieses Szenario vorbereitet."

9:00 Uhr: Unions-Fraktionschef Volker Kauder tritt im Bundestag vor die Mikrophone. Er spricht von einer "großen Enttäuschung". Und ergänzt: In Deutschland wäre eine solche Entscheidung nicht möglich."

8.41 Uhr: BMW erwartet nach dem Brexit-Votum keine unmittelbaren Auswirkungen auf seine Aktivitäten in Großbritannien. Der Münchner Autobauer mit den Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce hat dort vier Standorte mit fast 8000 Beschäftigten.

8.40 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich enttäuscht vom Votum der Briten für den Austritt aus der EU gezeigt. "Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht", erklärte er am Freitagmorgen in Berlin. Zugleich rief er dazu auf, mit der Entscheidung für den Brexit verantwortungsvoll umzugehen. "Europa wird jetzt zusammenstehen", betonte der Minister. "Gemeinsam müssen wir das Beste aus der Entscheidung unserer britischen Freunde machen."

8.18 Uhr: AfD-Vize Beatrix von Storch fordert EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentschef Martin Schulz zum Rücktritt auf. "Die Europäische Union ist als politische Union gescheitert", sagt von Storch. Sie habe geweint vor Freude.

8.19 Uhr: Linkspartei-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht macht den Zustand der EU für das Brexit-Votum mitverantwortlich. "Brexit zeigt: Brüsseler Konzern-Lobbykratie hat Rückhalt der Menschen verspielt", erklärte sie via Twitter. "Europa muss sich ändern oder wird zerfallen."

8.08 Uhr: Um 7.21 Uhr Ortszeit gibt die Wahlleiterin im Rathaus von Manchester das offizielle Ergebnis bekannt. 16,1 Millionen Briten gaben gültige Stimmen für den EU-Verbleib ab, 17,4 Millionen wollten den Brexit. Das ist ein Stimmverhältnis von 51,9 zu 48,1 Prozent. Die Beteiligung lag bei 72 Prozent.

7.50 Uhr: Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault sagt in einer ersten Reaktion, der Ausgang des Referendums sei "traurig für Großbritannien". Europa werde weitermachen, aber es müsse reagieren, um das Vertrauen der Menschen wiederzugewinnen.

7.25 Uhr: Premierminister David Cameron sollte nach den Worten eines führenden Vertreters des Brexit-Lagers zunächst im Amt bleiben. Es gehe darum, den Wählern in Schottland und Nordirland Sicherheit zu vermitteln und die Märkte zu beruhigen, sagte der konservative Abgeordnete Andrew Bridgen.

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

7.22 Uhr: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz rechnet mit einem schnellen Start der Austrittsverhandlungen mit Großbritannien. "Wir haben uns auf einen Brexit vorbereitet", sagt Schulz im ZDF. Er rechne allerdings nicht damit, dass es nun zu einer Kettenreaktion komme.

7.30 Uhr: Die Ergebnisse der einzelnen Regionen/Nationen des Vereinigten Königreichs deuten darauf hin, dass die Einigkeit bald zu Ende gehen könnte: Während sowohl England wie Wales mit 53 Prozent für den Austritt votierten, wollten Nordiren (56 Prozent) und Schotten (62 Prozent) mit deutlicher Mehrheit in der EU bleiben.

7.30 Uhr: Als wären die Nachrichten von der Insel nicht schon schlimm genug: Heute morgen landet US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump in Schottland. Er will seine Golfanlage besuchen.

7.20 Uhr: Der rechtsextreme Front National fordert ein EU-Referendum auch für Frankreich. "Die Freiheit der Völker siegt am Ende immer", twittert Parteivize Florian Philippot.

7.10 Uhr: Der führende EU-Feind und frühere Verteidigungsminister Liam Fox bestätigt der BBC, was Kommentatoren schon andeuteten: Das Brexit-Lager will den Artikel 50 des Lissabon-Vertrages, der einen Austritt aus der EU regelt, nicht sofort in Kraft setzen. Stattdessen sei "eine Periode kühlen Nachdenkens" gefragt. Offenbar soll diese Periode bis nach der französischen Präsidentschaftswahl im Mai oder sogar der deutschen Bundestagswahl im September nächsten Jahres ausgedehnt werden. Dieses Luftschloss ist wohl ein Zeichen dafür, wie wenig die Verächter des Brüsseler Clubs von europäischer Politik verstehen.

7.07 Uhr: Das Auswärtige Amt nennt die Nachrichten aus Großbritannien zum Ausgang des Brexit-Votums auf Twitter "wahrlich ernüchternd". Es sehe nach einem traurigen Tag für Europa und Großbritannien aus.

7.00 Uhr: Um 6 Uhr Ortszeit war es soweit: Das Lager der EU-Feinde hat mit mehr als 16,8 Millionen Stimmen die 50 Prozent überschritten. Der Brexit ist offiziell.

6.36 Uhr: Die pro-irische Sinn Fein in Nordirland will jetzt verstärkt für einen Austritt der Provinz aus dem Vereinigten Königreich werben. Der Ausgang des Referendums gebe den Besterbungen für ein vereinigtes Irland neuen Auftrieb, sagt Partei-Chef Declan Kearney.

6.22 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel meldet sich via Twitter zu Wort. "Damn! Ein schlechter Tag für Europa", schreibt der Vizekanzler.

6.00 Uhr: Schon beginnen die innenpolitischen Verwerfungen: Da Schottland mit voraussichtlich 62:38 Prozent für den EU-Verbleib gestimmt hat, werden Stimmen für ein zweites Unabhängigkeitsreferendum laut. Erst im September 2014 hatten die Schotten eindeutig mit 45:55 Prozent die Spaltung des Vereinigten Königreiches abgelehnt.

5.43 Uhr: Die Briten haben laut Prognosen mehrerer britische Medien für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Das berichteten die BBC sowie die Sender ITV und Sky News auf der Basis der Ergebnisse von 304 der 382 Wahlbezirke. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 72,2 Prozent.

5.30 Uhr: Beim EU-Referendum in Großbritannien liegt das Brexit-Lager nach Auszählung von zwei Dritteln der Wahlbezirke vorn. In mehr als 260 der 382 Wahlbezirke erreichten die Austritts-Befürworter 10,8 Millionen Stimmen, das Pro-EU-Lager mehr als 600.000 Stimmen weniger. Das entspricht einem Prozentsatz von 51,3 zu 48,7. Nach Angaben von Experten genügen 16,8 Millionen Stimmen zum Sieg. Allerdings sind noch mehr als 115 Bezirke auszuzählen.

5.10 Uhr: UKIP-Chef Nigel Farage fordert Premierminister David Cameron zum sofortigen Rücktritt auf.

5,14 Uhr: Die Angst vor einem Brexit hat das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gedrückt. Am frühen Freitagmorgen fiel das Pfund erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,35 US-Dollar.

4.55 Uhr: Im Morgenhandel in Singapur hat das Pfund mittlerweile auf 1,37 Dollar nachgegeben. Das ist der Tiefststand seit März 2009. Die Londoner Börse dürfte am Freitag morgen Achterbahn fahren. Finanzminister George Osborne hatte vorab nicht ausgeschlossen, den Handel mindestens zeitweise auszusetzen. Die Bank von England hat erhebliche Cash-Reserven bereitgestellt.

4.51 Uhr: In Manchester stimmen 60 Prozent für die EU-Mitgliedschaft.

4.50 Uhr: Im Hauptquartier der EU-Feinde von Ukip knallen die Sektkorken. Nachdem der Parteichef Nigel Farage unmittelbar nach Schließung der Wahllokale von einer Niederlage gesprochen hatte, gibt er sich jetzt zuversichtlich.

4.46 Uhr: Der Kommerzsender ITV benennt anhand der bisherigen Ergebnisse die Wahrscheinlichkeit eines Brexit jetzt mit 80 Prozent. Wir müssen uns damit vertraut machen: Die Umfrage-Firmen lagen wieder einmal falsch, die Briten verlassen die EU.

4.45 Uhr: Nach der Auszählung der Hälfte der Wahlkreise sind die EU-Gegner mit 51,3 Prozent vorne.

4.36 Uhr: Im schottischen Edinburgh bekommt das Pro-EU-Lager in etwa drei Mal so viele Stimmen wie die EU-Gegner.

4.29 Uhr: In Schottland bestätigt sich, was die Kritiker der regierenden Nationalpartei SNP vermutet hatten: Nach einer wenig inspirierenden Kampagne haben sich deutlich weniger Wähler an die Urnen bemüht als beispielsweise im Unabhängigkeits-Referendum 2014. Zwar stimmen auch ländliche Regionen mehrheitlich für den EU-Verbleib. Aber da es auf jede einzelne Stimme ankommt, können die ohnehin zahlenmäßig schwachen Schotten die überwiegend zum Brexit entschlossenen Engländer nicht ausgleichen.

4.25 Uhr: In London-Islington, dem Heimatwahlkreis des Labour-Chefs Jeremy Corbyn, waren bis kurz vor Schluss der Wahllokale die Aktivisten seiner Partei unterwegs, um die Anhänger zur Abstimmung zu bewegen. Das Resultat: 75 Prozent stimmten für den Verbleib, im Nachbarbezirk Haringey waren es sogar 76 Prozent. Vielleicht hätten die EU-Freunde aber besser daran getan, die Hauptstadt zu verlassen. In äußeren Stadtbezirken liegt das Brexit-Lager teils weit vorn, in einzelnen Bezirken von Essex mit 72 Prozent.

2.30 Uhr: Unausweichlich hat in den Parteien die Diskussion darüber begonnen, welche Folgen die Spaltung des Landes in der Europafrage haben wird. In der konservativen Regierungspartei wird David Cameron alle Hände voll damit zu tun haben, Fraktion und Partei zu einen. Eine der letzten YouGov-Umfragen offenbarte die riesige Lücke zwischen dem Premierminister und seinen Wählern: 41 Prozent folgten Cameron ins Remain-Lager, 59 Prozent schlossen sich Boris Johnsons Brexit-Wunsch an. 

2.15 Uhr: Rund 580.000 Stimmen sind ausgezählt. Das ist bei 46,5 Millionen Wahlberechtigen nicht furchtbar viel. Aber es gibt dem Doyen der britischen Wahlforschung, Professor John Curtice von der Glasgower Strathclyde-Universität, sowie seinem Team genug Stoff , um eine wichtige Marge zu benennen: Zum Sieg müsse eine der beiden Seiten 16,4 Millionen Stimmen auf sich vereinigen, teilt Curtice der BBC mit.

2.06 Uhr: Die schweren Gewitterschauer über London haben nicht nur zu Überschwemmungen und erheblichen Verspätungen in der U-Bahn geführt, sondern offenbar auch die Beteiligung am Referendum beeinträchtigt. Das wäre erneut eine schlechte Nachricht für die EU-Befürworter.

2.04 Uhr: Die erste Nachricht aus Nordirland ist ermutigend für das EU-Lager: In Foyle haben sich die Wahlbürger mit 78% Mehrheit für den Verbleib im Brüsseler Club ausgesprochen. Foyle liegt direkt an der Grenze zur Republik Irland und hat eine klare katholisch-republikanische Mehrheit. Während die Regierungspartei Sinn Féin für den Verbleib eintrat, machte die protestantische DUP von Ministerpräsidentin Arlene Foster Werbung für den Brexit. 

1.33 Uhr: In der City of London herrschte am Donnerstagnachmittag große Zuversicht, dass die Briten für den Verbleib stimmen würden. Die Ergebnisse aus Newcastle und Sunderland haben offenbar die Nachtschicht der Händler verschreckt. Inzwischen hat das Pfund gegenüber dem Dollar um 6 Prozent nachgegeben. Ein derartiges Absacken gab es zuletzt zu den turbulenten Zeiten des Finanzcrashs von 2008.

1.23 Uhr: Die englischen Küstenstädte Newcastle und Sunderland haben die Märkte bewegt: Binnen weniger Minuten nach den Ergebnissen, die Großbritanniens EU-Verbleib in Zweifel ziehen, fällt das Pfund um 4 Cents gegenüber dem Dollar auf 1,46.

1.20 Uhr: Kurz nach Mitternacht Ortszeit bringt auch die winzige Grafschaft Clackmannanshire in Schottland ihre Stimmen auf die Waage. Bei 67 Prozent Beteiligung liegen die EU-Befürworter mit 58:42 Prozent vorn. In England erleidet das Verbleibe-Lage eine schwere Abfuhr: In Sunderland, der Nachbarstadt von Newcastle, liegt Leave mit 61 Prozent klar vorn.

1.13 Uhr: Der frühere Vorsitzende der Liberaldemokraten, Paddy Ashdown, gießt im BBC-interview Wasser in den Wein der EU-Befürworter: Seiner Meinung nach könnten die Briefwähler den Trend noch zugunsten der EU-Feinde kippen. "Die haben ganz überwiegend für Leave gestimmt", sagt der 75-Jährige. Rund 20 Prozent der Wählerschaft haben sich für die Briefwahl registrieren lassen. Normalerweise beteiligen sie sich stärker an Wahlen als die Bürger, die auf traditionelle Weise in ihren örtlichen Wahllokalen abstimmen.

1.05 Uhr: Die alte Industriestadt Newcastle an der Nordsee liefert das erste Ergebnis aus Großbritannien: Die EU-Befürworter liegen nur knapp mit 50,7 Prozent vorn. Die Beteiligung war 68 Prozent und damit hoch. Kurz darauf gibt der Wahlleiter der schottischen Orkney-Inseln die Zahlen bekannt. Dort haben 63 Prozent für den EU-Verbleib gestimmt, auch dort war die Beteiligung 68 Prozent. Zuvor hatte Gibraltar ein Traumergebnis für "Remain" geliefert: 96 Prozent. Angesichts der geographischen Lage der rund 40.000 Gibraltesen im Süden der iberischen Halbinsel ist dieses Ergebnis nicht verwunderlich, ebenso wenig wie die hohe Beteiligung von 84 Prozent.

23.25 Uhr: Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale hat ein konservativer Abgeordneter der Downing Street den Brief von insgesamt 84 Fraktionsmitgliedern übergeben. Führende Brexit-Befürworter wie Boris Johnson, Andrea Leadsom und Priti Patel sprechen darin dem Premierminister ihr Vertrauen aus. "Sie haben sowohl das Mandat wie die Pflicht im Amt zu bleiben", lautet die Aufforderung an David Cameron. (mit rtr, dpa)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Brexit

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum