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Breivik-Gespräch geleakt „Ich bin auf Utøya, ich möchte aufgeben“

Während des Massakers auf Utøya will Massenmörder Breivik zehnmal versucht haben, die Polizei zu erreichen. Zweimal ist er durchgekommen – jetzt sind Aufnahmen des ersten Gesprächs durchgesickert.

25.11.2011 12:33
Massenmörder in Polizeigewahrsam: Anders Behring Breivik nach seiner Anhörung.

Der Anrufer klingt nervös, muss mehrmals Luft holen. „Ich heiße Anders Behring Breivik von der … kommunistischen Widerstandsbewegung“, haucht er am 22. Juli 2011 ins Telefon. „Ich bin gerade auf Utøya, und ich möchte aufgeben“, habe er sinngemäß gesagt, berichteten mehrere englische Zeitungen.

Als der Polizist am anderen Ende nach seiner Handynummer fragt, legt Breivik auf – und feuert weiter auf Teilnehmer des sozialdemokratischen Jugendcamps, die sich auf der kleinen Insel kaum verstecken können. Insgesamt sterben 77 Menschen.

Etwa 20 Minuten später ruft Breivik erneut an. Er habe seine Operation beendet, sagte er und schwadroniert davon, er sei ein Tempelritter. Außerdem wiederholt er erneut, er wolle aufgeben.

Breivik sagt, er habe zehn Mal angerufen

Insgesamt zehnmal habe er versucht, die Polizei zu erreichen, behauptet Breivik heute, er sei aber nur zweimal durchgekommen. Das könnte an der Telefonverbindung liegen, aber die Polizei sich neue Fragen gefallen lassen. Besonders eine Spezialeinheit aus der Hauptstadt Oslo wurde bisher kritisiert, weil sie auf die Schnelle weder einen Helikopter auftreiben konnte, noch ein geeignetes Schiff.

Als es mit dem Schiff dann doch klappte, hatte Breivik rund eine Stunde Zeit, Jagd auf Jugendliche zu machen.

Nachdem das Gericht bereits Protokolle veröffentlicht hatte, sickerte jetzt auch die Aufnahme des ersten Telefonats an die Presse durch.
Laut dem norwegischen Sender TV 2 sagte Breiviks Anwalt, John Christian Elden, werfen die Aufnahmen Fragen zu Breiviks Geisteszustand auf. „Es ist schwer zu verstehen, wieso er nicht [früher] die Waffen gestreckt hat“, zitiert TV 2 den Anwalt.

Der Anwalt der Opfer sagte, die Aufnahmen seien für seine Mandanten eine unangenehme Erinnerung. „Sie sind nicht glücklich, seine Stimme zu hören“, wird er zitiert. (jon)

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