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Boko Haram Afrikanische Staaten gegen Boko Haram

Eine Staatengemeinschaft verabschiedet einen Aktionsplan gegen die islamischen Extremisten, die mehr als 200 entführte Mädchen in ihrer Gewalt haben. Angedacht sind internationale Sanktionen.

"Bring back our girls" fordert die zweijährige Brianna Bruster. Foto: AFP

Nigeria darf im Kampf gegen die islamistische Sekte Boko Haram auf den Beistand der Nachbarstaaten Bénin, Niger, Tschad und Kamerun zählen. Wie die Staatschefs der fünf Länder am Wochenende zum Abschluss eines vom französischen Präsidenten Francois Hollande in Paris ausgerichteten Gipfeltreffens bekanntgaben, wollen sie im Kampf gegen die Extremisten ihre Kräfte bündeln.

Verstärkte Koordination

Ein in Paris verabschiedeter Aktionsplan verpflichtet Militär und Geheimdienste zu verstärkter Koordination, erhöhtem Informationsaustausch und umfassenden Grenzkontrollen. Gemeinsame Patrouillen soll es geben. Erkenntnisse über den in der Region florierenden Waffenhandel sollen weitergereicht, die Arsenale der Armeen besser bewacht werden. Auch will die Staatengruppe auf internationale Sanktionen gegen die Anführer Boko Harams und der aus ihr hervorgegangenen Splittergruppe Ansaru dringen.

Noch immer hat die Sekte mehr als 200 im April verschleppte Mädchen in ihrer Gewalt. „Wir sind hier zusammengekommen, um Boko Haram den Krieg zu erklären“, sagte der Staatschef Kameruns, Paul Biya. Während Niger traditionell eng mit Nigeria zusammenarbeitet, hatte Kamerun bisher wenig Neigung verspürt, mit dem Nachbarn zu kooperieren. Ungelöste Grenzstreitigkeiten belasten die Beziehungen beider Länder. Dabei greift Boko Haram vom Norden Nigerias längst auf die gesamte Region aus.

„Boko Haram ist zu einer Gefahr für ganz West- und Zentralafrika geworden“, sagte Hollande zum Abschluss des Gipfeltreffens. Die Sekte unterhalte Verbindungen zu Al-Qaida im Islamischen Maghreb und anderen Terrororganisationen. Französische Truppen sind in Tschad und Niger stationiert sowie in Mali und Zentralafrika als Friedensstreitmacht im Einsatz. Großbritanniens Außenminister William Hague, der wie US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman nach Paris gekommen war, um Hilfsmöglichkeiten auszuloten, bot Nigeria die Entsendung von Militärberatern an.

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