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Blackwater-Chef Prince Milliardär mit Mission

Erik Prince ist der Chef der Söldnertruppe Blackwater. Ein Milliardärssohn, der auszieht, das Abenteuer zu suchen. In der Bush-Ära baut er die schlagkräftigste Söldnertruppe der Welt auf. Von Dietmar Ostermann

24.08.2009 00:08
Dietmar Ostermann

Schon vor den jüngsten Enthüllungen war die Geschichte des Erik Prince Stoff für Hollywood. Es ist die Story vom Milliardärssohn, der auszieht, das Abenteuer zu suchen. Aber es ist auch eine hochpolitische Geschichte - von der Privatisierung des Krieges in der Bush-Ära, von einem jungen Mann, der die schlagkräftigste Söldnertruppe der Welt aufbaut. Eine Privatarmee, die demokratischer Kontrolle entzogen ist und mit immer brisanteren Missionen betraut wird - obwohl sie längst in Verruf geraten ist.

Als Erik Prince 1969 als jüngster Spross des Großindustriellen Edgar Prince im Städtchen Holland am Michigan-See geboren wird, deutet wenig auf eine Karriere im Pulverdampf hin. Der Vater besitzt einen der größten Autozulieferer der USA. Als Edgar Prince 1995 stirbt, hinterlässt er der Familie 1,35 Milliarden Dollar und ein dichtes Netz politischer Kontakte, insbesondere zur aufstrebenden christlichen Rechten.

Den Sohn lockt weder das väterliche Unternehmen noch die Politik. Der junge Erik will Soldat sein - bei den Seals, der knochenharten Elitetruppe der Navy. 1997 macht er aus seiner Leidenschaft ein Geschäft. Prince kauft in North Carolina abgelegenes Sumpfland und errichtet ein Trainingszentrum. Er nennt die Firma Blackwater, nach dem brackigen Sumpfwasser. Anfangs bietet sie vor allem taktische Aus- und Weiterbildung für Militär- und Polizeikräfte an.

Die Vorwürfe häufen sich

Dann kommt der 11. September 2001. In den "Krieg gegen den Terror" zieht Amerika auch mit der größten privaten Hilfstruppe der Militärgeschichte. Blackwater ist ganz vorn dabei, im Irak, in Afghanistan, weltweit. Über eine Milliarde Dollar zahlt die US-Regierung zwischen 2002 und 2006.

Die Vorwürfe häufen sich: 2007 schießen Blackwater-Söldner in Bagdad wild um sich, 17 Zivilisten sterben. Von Waffenschmuggel und Prostitution ist die Rede. Ex-Mitarbeiter sprechen auch von Mord und werfen Prince vor, sich als "christlichen Kreuzzügler" gegen Muslime zu betrachten.

Blackwater hat Flugzeuge, Kampfhubschrauber, mehr als 21.000 Söldner. Seit voriger Woche weiß man: die Firma, inzwischen in Xe Services umbenannt, bereitete für den Geheimdienst Anschläge auf Top-Terroristen vor. Drohnen, mit denen die CIA in Pakistan Jagd auf die Taliban macht, werden laut US-Medien bis heute von Xe gewartet. Und nun ist auch noch von Gefangenentransporten für die CIA die Rede - das könnte eine unendliche Geschichte werden.

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