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Bildungsbericht 2012 Mehr Ganztagsschulen

Der aktuelle Bildungsbericht verzeichnet neben Defiziten auch einige Erfolge. Die Zahl der Ganztagsschulen ist gestiegen, doch Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund haben immer noch einen deutlich niedrigeren Bildungsstand.

Die Deutschen sind immer besser gebildet. Foto: imago

Anstrengung ist auch zehn Jahre nach dem Pisaschock der beherrschende Begriff der deutschen Bildungspolitik. Der Bildungsbericht, den die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung am Freitag in Berlin vorstellten, verzeichnet wohl erste Erfolge dieser Anstrengung. Allerdings verband sich jede einzelne erfreuliche Meldung mit dem Hinweis auf weitere Herausforderungen.

Trotz schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen erhöhten sich die Bildungsausgaben in den vergangenen Jahren auf jetzt sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Allerdings wird dieser Anteil noch auf die angestrebten zehn Prozent des BIP steigen müssen, um allein der wachsenden Bedeutung der Hochschulen gerecht zu werden. Die steigende Zahl der Hochschulzulassungen mache es erforderlich, „die hierfür notwendigen Ressourcen bereit- und das Qualitätsniveau sicherzustellen“, so der Bericht.

„Besondere Aufmerksamkeit“

Zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre zählt der Bildungsbericht auch die demografische Entwicklung. Der Anteil jüngerer Menschen mit Migrationshintergrund nimmt zu. Unter den 24-Jährigen sind es 23 Prozent, bei den unter Einjährigen bereits 35 Prozent der Bevölkerung. „Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren haben Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund nach wie vor einen deutlich niedrigeren Bildungsstand. Unter den 30- bis unter 35-Jährigen verfügen zehn Prozent über keinen Hauptschulabschluss und 37 Prozent über keinen beruflichen Abschluss. Die KMK forderte deshalb, der Bildungsbeteiligung und dem Bildungserfolg von Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund weiterhin „besondere Aufmerksamkeit“ zu schenken.

Die Anstrengungen der vergangenen Jahre waren in dieser Hinsicht offenbar nicht ausreichend, denn 39 Prozent der Kinder, die im Elternhaus nicht Deutsch sprechen, weisen dem Bericht zufolge eine „verzögerte sprachliche Entwicklung“ auf, was wohl heißen soll, sie verfügen im Einschulungsalter nicht über ausreichende Deutschkenntnisse.

Kinder ab drei in der Kita

Ein erfreulicher Befund des Bildungsberichts ist die gestiegene Zahl der Ganztagsschulen in Deutschland. 51 Prozent aller allgemeinbildenden Schulen bieten inzwischen ein Ganztagsangebot. 28 Prozent aller Schülerinnen und Schüler nimmt dieses Angebot auch wahr. Mit Blick auf die bildungsbenachteiligten Jugendlichen fordert der Bericht allerdings, den weiteren Ausbau der gebundenen, also verpflichtenden Ganztagsschulen.

Als positive Entwicklung verzeichnet der Bildungsbericht zudem, dass inzwischen nahezu alle Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren eine Kindertageseinrichtung besuchen. Der Ausbau von Betreuungseinrichtungen für die unter Dreijährigen müsse allerdings „massiv beschleunigt“ werden, damit der im August 2013 in Kraft tretende Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für mindestens 37 Prozent der Kinder erfüllt wird. Ohne weitere Anstrengungen würden 2013 in Westdeutschland 175000 Plätze in Kindertageseinrichtungen und 88000 Tagespflegeplätze fehlen.

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