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„Atomwaffen Division“ US-Neonazis gründen Ableger in Deutschland

Laut dem „Spiegel“ plant die US-amerikanische Gruppierung „Atomwaffen Division“ einen Ableger in Deutschland zu gründen.

25.08.2018 13:58
Mitglieder der National Socialists Movement (NSM)
Mitglieder der National Socialists Movement (NSM), eine andere Neo Nazi Gruppe in den USA (Archivbild). Foto: rtr

Neonazis planen laut „Spiegel“ in Deutschland einen Ableger einer in den USA aktiven Rechtsextremengruppe mit dem deutschsprachigen Namen „Atomwaffen Division“ (AWD). „Wir werden Männer wieder dazu bringen, Gewalt auszuüben, und zwar möglichst viele Männer und Gewalt von möglichst hoher Qualität“, zitierte das Magazin aus einem internen Schreiben der Gruppe. „Gewalt und Töten“ gehören demnach neben „Propaganda“ zu den Zielen der Neonazis.

Dem Bericht zufolge werden AWD-Anhängern in den USA fünf Morde angelastet. Mindestens ein deutscher AWD-Anhänger soll in den USA an einem „Hate Camp“ teilgenommen haben, so der „Spiegel“. 

„Rassenkrieg“ als Ziel

Im Juli antwortete die Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage zu der Gruppe, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei der AWD in Deutschland um eine terroristische Vereinigung handele. Die Linke verweist in ihrer Anfrage darauf, dass Anfang Juni auf einer Internetseite in den USA ein Video mit dem Titel „AWD Deutschland. Die Messer werden schon gewetzt“ veröffentlicht worden sei. Das Video beginnt demnach mit den Worten „Der Nationalsozialismus lebt“. 

Laut Informationen des „Southern Poverty Law Center“ (SPLC), einer US-amerikanischen Organisation, die Rechtshilfe und Informationen zum Schutz für Minderheiten anbietet, wurde die „Atomwaffen Division“ wohl zwischen 2012 und 2015 in Florida gegründet.

Das SPLC zitiert Brandon Clint Russel, ein mehrfach verurteilter Neonazi, der behauptet, die Gruppe organisiere für ihre Mitglieder militärisches Militärtraining an Schusswaffen. Ihr Ziel sei die Destabilisierung von Staat und Gesellschaft und die Initiierung eines „Rassenkriegs“.

Die Gründung erfolgte auf einem mittlerweile abgeschalteten Internetforum für Rechtsextremisten. Während das SPLC und andere Beobachter von bis zu 80 Mitgliedern ausgehen, spricht Carla Hill von der Anti-Defamation League gegenüber der „New York Times“ von 24 bis 36 Mitgliedern. Alle sind sich aber einig, dass die Gruppe terroristische Ziele verfolgt. Ableger der Gruppierungen vermuten Beobachter neben Florida in den Bundesstaaten Texas, Washington und Virginia. (dil/afp)

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