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Atomprogramm Spanien setzt ein Zeichen gegen Nordkorea

Madrid erklärt den Botschafter Nordkoreas zur unerwünschten Person und verweist ihn des Landes - eine Antwort auf die Atomwaffen- und Raketentests.

Spanien und Nordkorea
Kim Hyok Chol (rechts) wird im Januar 2014 vom damaligen König Juan Carlos empfangen. Foto: afp

Spanien hat den nordkoreanischen Botschafter in Madrid, Kim Hyok Chol, am Montag zur unerwünschten Person erklärt. Er muss das Land bis Ende des Monats verlassen. Die Ausweisung ist eine Antwort auf die jüngsten Atomwaffen- und Raketentests Nordkoreas. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es notwendig war, diesen Schritt zu tun“, sagte der spanische Außenminister Alfonso Dastis, der zurzeit an der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York teilnimmt. Die Waffenprogramme seien „eine ernsthafte Bedrohung für den Frieden und die internationale Sicherheit.“

Die spanische Entscheidung wirkt überraschend, denn offenbar ist sie nicht mit den europäischen Partnern abgesprochen. Allerdings ist Spanien nicht das erste Land, das einen nordkoreanischen Botschafter des Landes verweist. Anfang des Monats trafen Mexiko und Peru für ihre Länder dieselbe Entscheidung. Spanien hatte den Botschafter in Madrid bereits Ende August ins Außenministerium zitiert und ihn darüber informiert, dass einer der drei nordkoreanischen Diplomaten in der spanischen Hauptstadt das Land zu verlassen habe. Nach der Ausweisung des Botschafters ist in der Ende 2013 eröffneten Botschaft Nordkoreas in Madrid nun nur noch ein Diplomat tätig.

Spanien ohne Botschaft in Pjöngjang

Der diplomatische Druck auf Nordkorea hat nach Informationen des spanischen Außenministeriums allein mit den jüngsten Waffentests zu tun. Spanien fordert den „kompletten, unumkehrbaren und überprüfbaren“ Abschied vom Atomwaffenprogramm des nordkoreanischen Regimes, mit dem es die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verletze.

Spanien betreibt selbst keine Botschaft in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang und muss deshalb nicht mit den üblichen diplomatischen Repressalien wie der Ausweisung des eigenen Botschafters rechnen. Nordkorea könne nun „auf zwei Weisen reagieren“, sagte der Spanier Alejandro Cao de Benós, eine kuriose Figur und offiziöser Sprecher des nordkoreanischen Regimes, zum russischen Nachrichtenportal Sputnik: „Es kann die Entscheidung akzeptieren und einen neuen Botschafter entsenden, oder es kann Maßnahmen wegen der einseitigen Entscheidung Spaniens treffen.“ Welche Maßnahmen das sein könnten, sagte der Nordkorea-Fan nicht.

Der 42-jährige Cao de Benós gründete 2000 die Korean Friendship Association und ist heute der „Sondergesandte Nordkoreas für die kulturellen Beziehungen mit dem Ausland“, mit einem Büro in Tarragona. Im Interview mit Sputnik, einer staatlichen russischen Agentur, unterstellt er der spanischen Regierung, „direkten Anweisungen der USA“ zu folgen. Spanien habe sich in der Vergangenheit immer darauf beschränkt, „den Interessen des nordamerikanischen Imperiums zu dienen, während es in Wirklichkeit keinen bilateralen Konflikt mit der Demokratischen Volksrepublik Korea“ gebe.

Das spanische Außenministerium sieht das begreiflicherweise anders. Die Ausweisung des Botschafters sei eine Antwort auf die „dauernde Herausforderung“ durch das nordkoreanische Regime, dessen Waffentests ein „ernsthaftes Konfliktrisiko“ für die Welt darstellten.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Spanien

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