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Armutsrisiko Migranten häufiger von Armut bedroht

Im Jahr 2010 war ein Viertel der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland von Armut gefährdet. Bei den Deutschen war es nur jeder Achte. Als armutsgefährdet gilt, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen muss.

17.10.2011 11:39
Ein bedürftiger Mann wartet vor der Tafel Leipzig auf die Essenausgabe (Archivbild). Foto: dpa

Das Armutsrisiko ist bei Migranten in Deutschland mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund. 2010 waren mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Migranten armutsgefährdet, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden am Montag zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut mitteilte. In der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund war es etwa jeder Achte (12 Prozent). Nach der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn sie mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung auskommen müssen.

Unter Migranten wurden sowohl Deutsche mit Migrationshintergrund als auch Ausländer zusammengefasst. 2010 waren das insgesamt rund 15,7 Millionen Menschen, davon hatten rund 8,6 Millionen einen deutschen Pass.

Die Armutsgefahr war bei Ausländern mit fast einem Drittel (32 Prozent) deutlich größer als bei Deutschen mit Migrationshintergrund (22 Prozent).
Wie auch in der Gesamtbevölkerung gab es 2010 bei Migranten ein überdurchschnittliches Armutsrisiko bei Alleinerziehenden, Schulabbrechern und Arbeitslosen. Kinder- und Altersarmut traten allerdings deutlich häufiger als in der Gesamtbevölkerung auf.

Gründe für ein erhöhtes Armutsrisiko bei Migranten sind vielschichtig. Jahrzehnte lang hatte Deutschland viele Bildungsabschlüsse nicht anerkannt, was nun in einer Gesetzesänderung geschehen soll. Auch erhielten unterschiedliche Migrantengruppen unterschiedliche Förderung seitens der Länder und Kommunen. (dpa/vf)

Detaillierte Informationen über die „Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2010“ gibt es beim Statistischen Bundesamt.

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