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Armut Kita-Beiträge belasten arme Haushalte stärker

Haushalte unterhalb der Armutsrisikogrenze müssen einen fast doppelt so hohen Anteil ihres Einkommens für den Kita-Beitrag ihres Nachwuchses aufbringen wie wohlhabendere Eltern.

28.05.2018 08:16
Kindertagesstätte in Berlin
Mittagessen in einer Berliner Kindertagesstätte Foto: epd-bild / Rolf Zöllner

Ärmere Familien werden von den Kita-Beiträgen weitaus stärker belastet als besser gestellte Familien. Haushalte unterhalb der Armutsrisikogrenze müssen einen fast doppelt so hohen Anteil ihres Einkommens für den Kita-Beitrag ihrer Kinder aufbringen wie wohlhabendere Eltern, wie aus einer am Montag in Gütersloh vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

Zusatzkosten von rund 45 Euro im Monat

Eltern mit weniger als 60 Prozent eines durchschnittlichen Einkommens zahlten demnach etwa zehn Prozent ihres Einkommens für den Kita-Besuch ihrer Kinder - monatlich durchschnittlich 118 Euro. Besser gestellte Eltern zahlten zwar im Durchschnitt 178 Euro, das seien jedoch nur rund fünf Prozent ihres Einkommens.

Auch bei den Zusatzkosten, etwa für Ausflüge, Verpflegung oder Bastelmaterialen, würden ärmere Haushalte mehr als doppelt so stark belastet wie wohlhabendere Haushalte, erklärten die Autoren der Studie „Eltern-Zoom“. So würden ärmere Familien dafür 3,3 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens aufwenden. Bei wohlhabenderen Familien seien das lediglich 1,4 Prozent ihres Einkommens. Diese Zusatzgebühren würden unabhängig von der finanziellen Lage der Familie veranschlagt, monatlich rund 45 Euro.

Für eine generelle Beitragsfreiheit müsste der Staat nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung jährlich rund 5,7 Milliarden Euro aufbringen, für Zusatzgebühren weitere 1,6 Milliarden Euro. Derzeit haben 17 Prozent der Eltern der Befragung zufolge ein Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze. Zwei Drittel von ihnen zahlen Kita-Beiträge.

Befragung im Internet

Für die Untersuchung wurden über ein Internetportal rund 4.670 Befragungen vorgenommen. Zudem wurden rund 5.800 Eltern über Aushänge in Kitas sowie über Anzeigen in Zeitschriften für die Befragung herangezogen. (epd)

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