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Arafat-Leiche exhumiert Die Wahrheit über Jassir Arafat

Der Leichnam Jassir Arafats ist in Ramallah exhumiert worden. Experten sollen den Verdacht klären, der Palästinenserpräsident sei einem Giftmord zum Opfer gefallen.

26.11.2012 14:20
Cécile Feuillatre
Das Mausoleum mit den sterblichen Überresten von Arafat ist mit Sichtschutzplanen verhängt. Foto: afp

Der Leichnam des früheren Palästinenserführers Jassir Arafat ist am Dienstagmorgen in Ramallah exhumiert worden. Wie der offizielle Sender Radio Palästina berichtete, begannen ausländische Experten im hermetisch von der Öffentlichkeit abgeschirmten Mausoleum Arafats mit der Entnahme von Proben. Dies werde einige Stunden dauern.

Acht Jahre nach dem Tod Arafats soll geklärt werden, ob die Ikone der Palästinenserbewegung womöglich vergiftet wurde. Französische Untersuchungsrichter wohnen der Exhumierung ebenso bei wie Experten aus der Schweiz und Russland. Gewebeproben Arafats sollen in Laboren in den drei Ländern auf mögliche Giftrückstände untersucht werden.

Der schwer erkrankte Arafat war am 11. November 2004 im Alter von 75 Jahren in einem Militärkrankenhaus im Süden von Paris gestorben. Die genaue Todesursache wurde nie festgestellt. Die Palästinenser verdächtigen Israel seit Jahren, Arafat vergiftet zu haben, was Israel zurückweist.
Anfang Juli sorgte eine Reportage des arabischsprachigen Senders Al-Dschasira für Aufregung: Schweizer Experten gaben in dem Bericht an, sie hätten an persönlichen Gegenständen Arafats eine erhebliche Konzentration des radioaktiven und hochgiftigen Stoffs Polonium nachgewiesen.

Anzeige gegen Unbekannt

Polonium war 2006 verwendet worden, um den früheren russischen Spion Alexander Litwinenko in London zu ermorden. Arafats Witwe Suha erstattete nach dem TV-Bericht in Frankreich Anzeige gegen Unbekannt. Ende August leitete die französische Justiz Ermittlungen wegen Mordverdachts ein, am Sonntagabend trafen französische Untersuchungsrichter in Ramallah ein.

Dort laufen bereits seit Mitte November die Vorbereitungen für die Exhumierung. Arbeiter öffnen das in der Mukataa, dem Hauptquartier der palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah, gelegene Mausoleum Arafats. Blaue Planen schirmen das Grab vor den Blicken Außenstehender ab.
Die Exhumierung ist unter den Palästinensern umstritten. Suha Arafat spricht von einem „sehr schmerzlichen“ Akt, der aber nötig sei, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Ein Neffe Arafats und Präsident der Jassir-Arafat-Stiftung, Nasser al-Kidwa, spricht dagegen von „Leichenschändung“. In seinen Augen ist längst klar, dass sein Onkel ermordet wurde - weitere Beweise seien nicht nötig.

Die Entnahme von Gewebeproben wird nur einige Stunden in Anspruch nehmen. Nach der Exhumierung soll Arafats Leichnam erneut in einer feierlichen Zeremonie beigesetzt werden. Warum russische Experten an der Exhumierung teilnehmen, haben die Palästinenser nicht genau erklärt. Aus Russland stammt aber der größte Teil des weltweit produzierten Poloniums - in dem Land gibt es daher eine besondere Expertise. (afp)

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