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Arabischer Investor Thor Steinar macht den Daimler

Arabischer Investor steigt bei Lieblings-Modemarke der Neonazis ein.

Als "Nordic Company" bezeichnet sich Thor Steinar - noch: Die Klamottenmarke der Neonazis, Neuheiden und Germanophilen macht's wie Daimler und holt arabische Investoren ins Boot. Geschäftsführer der dann wohl bald als "Arabic Company" firmierenden Thor-Steinar-Firma Mediatex ist, wie das Amtsgericht Potsdam der FR bestätigte, seit kurzem ein Mohammed M. Aweidah, geboren in Dubai. Die rechtsextreme Szene ist nicht amüsiert.

Neuer Gesellschafter der Mediatex im brandenburgischen Königs Wusterhausen ist dem für das Handelsregister zuständigen Gericht zufolge die International Brands General Trading (IBGT) aus Dubai. Sie gehört zum Imperium des Faisal al-Zarooni, der offenbar vor allem Immobilien in Dubai, aber auch eine Auto-Tuning- und eine Hubschrauber-Firma besitzt. Einen "F. Zaroni" nennt die Thor-Steinar-Homepage im Impressum als Geschäftsführer.

Laut Amtsgericht Potsdam hat der bisherige Mediatex-Chef Uwe Meusel seine Geschäftsführertätigkeit niedergelegt und steht nur aus formalen Gründen noch neben Aweidah im Handelsregister. Das hindert ihn nicht daran, für die Mediatex zu sprechen - aber nicht mit der FR: "Wir wollen dazu nichts sagen; die FR ist nicht unser Sprachrohr." Der Berliner Morgenpost hatte er bestätigt, seine Firma sei von einem "ausländischen Investor" übernommen worden. Eine "weltweite Expansion" sei vorgesehen, mit 20 neuen Läden in Deutschland und weiteren in Nordamerika, Russland, Asien und im Baltikum.

In rechtsextremen Kreisen zirkulieren Boykottaufrufe ob des "Ausverkaufs". Rechte sind die besten Kunden für Freizeitkleidung mit Runen und Schriftzügen wie "Afrika Expedition" oder "furchtlos und beharrlich". Thor Steinar hat sich, anders als Neonazi-Lieblingsmarken wie Fred Perry oder Lonsdale, nie von der Szene distanziert.

Die jüngsten Kollektionen sind mit Blümchenmustern und englischsprachigen Schriftzügen schon fast harmlos. Neonazis werfen Thor Steinar deshalb vor, rechte "Ideale" zu verraten und nur dem schnöden Mammon zu dienen. Und Meusel baut der Märkischen Allgemeinen zufolge eine 650-Quadratmeter-Prachtvilla in Königs Wusterhausen.

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