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Arabische Revolution Jemen vor dem Bürgerkrieg

Die jemenitische Regierung schießt wahllos auf Bürger, die für Demokratie und Menschenrechte demonstrieren. Die UN appelliert, die Gewalt zu beenden. Mittlerweile ist Machthaber Saleh zum Machtwechsel bereit.

13.09.2011 15:27
Die Zivilisten im Jemen fordern von ihrer Regierung Demokratie, diese antwortet mit Schüssen. Foto: dpa

Bei den Unruhen im Jemen sind nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen sechs Monaten mehrere Hundert Menschen getötet und einige Tausend verletzt worden. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, forderte in ihrem am Dienstag vorgelegten Bericht Jemens Regierung dazu auf, die Angriffe und den Einsatz scharfer Munition gegen Zivilisten zu beenden. Zudem sollten alle Gefangenen, die wegen friedlicher Proteste inhaftiert wurden, sofort freigelassen werden.
Wie in zahlreichen anderen arabischen Ländern demonstrieren auch im Jemen seit Monaten Tausende Menschen für Reformen und mehr Demokratie. Sie fordern den Abgang des seit über 30 Jahren regierenden Präsidenten Ali Abdullah Saleh.

Saleh zum Rücktritt bereit

Inzwischen hat der jemenitische Präsident Ali Abdallah Saleh seinen bisherigen Widerstand gegen einen Machtwechsel in dem arabischen Land offenbar aufgegeben. Am Montag wies er von Saudi-Arabien aus seinen Stellvertreter per Dekret an, mit der parlamentarischen Opposition über einen Plan zur Beilegung der Krise zu verhandeln und ihn zu unterzeichnen. Grundlage der Verhandlungen soll ein Plan des Golfkooperationsrats sein, der unter anderem die Bildung einer Übergangsregierung, Salehs Rücktritt und vorgezogene Präsidentschaftswahlen vorsieht. Saleh hatte sich bislang geweigert, den Plan zu unterzeichnen.

Seit Ende Januar protestieren im Jemen regelmäßig zehntausende Menschen gegen Präsident Saleh. Bei der blutigen Niederschlagung der Proteste wurden mehr als 200 Menschen getötet. Der seit 33 Jahren regierende Staatschef war Anfang Juni bei einem Angriff auf den Präsidentenpalast schwer verletzt und zur Behandlung ins Nachbarland Saudi-Arabien gebracht worden. Salehs reguläre Amtszeit läuft 2013 aus. (rtr/afp)

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