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Antisemitismus Israelischer Professor angegriffen und als Täter verdächtigt

Ein israelischer Hochschulprofessor aus den USA ist in Bonn von einem Deutschen mit palästinensischen Wurzeln angegriffen worden. Anschließend wurde das Opfer irrtürmlich von der Polizei attackiert.

12.07.2018 13:46
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Jüdische Kopfbedeckung Kippa Foto: epd-bild / Christian Ditsch

Der 20 Jahre alte Angreifer habe dem Professor am Mittwoch im Bonner Hofgarten die Kippa vom Kopf geschlagen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Dabei soll der offenbar psychisch verwirrte junge Mann unter anderem „Kein Jude in Deutschland“ gerufen haben. Bei der Festnahme des Tatverdächtigen habe die Polizei das Opfer zunächst für den Täter gehalten und ihn am Boden fixiert. Dabei erlitt der 50 Jahre alte Hochschulprofessor Verletzungen im Gesicht.

Erst nachdem eine Begleiterin des Wissenschaftlers die Beamten über den Irrtum aufgeklärt habe, sei der eigentliche Tatverdächtige ermittelt und festgenommen worden, erklärte die Polizei. Der 20-Jährige sei wegen Gewalt- und Drogendelikten bereits bekannt. Zur Tatzeit habe er offenbar unter dem Einfluss von Drogen gestanden und sei inzwischen aufgrund „psychischer Auffälligkeiten“ in eine Fachklinik gebracht worden.

Staatsschutz in Köln übernahm Ermittlungen

Der Staatsschutz sei in die weiteren Ermittlungen eingeschaltet, die aus Neutralitätsgründen das Polizeipräsidium Köln übernommen habe. Gegen die Beamten, die den Professor bei dem Einsatz verletzt hatten, werde wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt.

Den Angaben zufolge hatte der Tatverdächtige den Professor offenbar wegen seiner Kippa als Juden erkannt, ihn geschubst und geschlagen. Als die von der Begleiterin des Opfers alarmierte Polizei vor Ort erschien, sei der Angreifer geflüchtet, der Professor habe ihn verfolgt. Der Wissenschaftler sei den Aufforderungen der Polizei, stehenzubleiben, nicht nachgekommen. Die Beamten hätten ihn deshalb überwältigt. Weil sich der Mann gewehrt habe, hätten ihm die Polizisten ins Gesicht geschlagen.

Entschuldigung der Polizeispitze

Die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa entschuldigte sich persönlich bei dem Professor. „Ein schreckliches und bedauerliches Missverständnis im Einsatzgeschehen, für das ich bei dem betroffenen Professor ausdrücklich um Entschuldigung gebeten habe. Wir werden genau prüfen, wie es zu dieser Situation kam und alles Mögliche dafür tun, um solche Missverständnisse zukünftig vermeiden zu können“, sagte sie. (epd)

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