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Anschlagspläne Bundeswehr-Leutnant unter Terrorverdacht

3. Update BKA-Ermittler nehmen einen Soldaten fest, der einen Anschlag geplant haben soll. Der Mann aus Offenbach hatte sich in eine Flüchtlingsunterkunft eingeschleust. Er soll aus Fremdenhass gehandelt haben.

Bundeswehr-Soldat unter Verdacht
Ein Soldat aus den Reihen der Bundeswehr steht unter Terror-Verdacht (Symbolbild). Foto: imago

Ermittler des Bundeskriminalamtes haben einen Bundeswehrsoldaten festgenommen, der einen Anschlag mit fremdenfeindlichem Motiv geplant haben soll. Der Oberleutnant aus Offenbach soll sich dafür als Flüchtling ausgegeben und eine Art Doppelleben geführt haben. Ihm wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen.

Der eigentlich in Frankreich stationierte Bundeswehrsoldat soll sich unter Angabe falscher Personalien bei der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen als Flüchtling aus Syrien ausgegeben und anschließend in Zirndorf in Bayern einen Asylantrag gestellt haben. Anfang 2016 hat er dann einen Platz in einem Flüchtlingsheim erhalten und seither monatlich Leistungen als Asylbewerber bezogen.

Offensichtlich schöpften die Behörden keinen Verdacht ob seines Doppellebens. Die Bundeswehr auch nicht. „Nur weil er in Frankreich stationiert war, heißt es nicht, dass er sich täglich dort aufgehalten haben muss. Er konnte sich in der Freizeit frei bewegen“, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts der Nachrichtenagentur dpa. Laut „Spiegel Online“ war der 28-Jährige im französischen Illkirch als Angehöriger des Jägerbatallions 291 stationiert und absolvierte gerade eine Ausbildung zum Einzelkämpfer. Das Batallion ist Teil der Deutsch-Französischen Brigade, die Streitkräfte beider Länder umfasst.

Am 3. Februar fiel der 28 Jahre alte Mann am Flughafen Wien-Schwechat auf, als er versuchte, eine scharfe Pistole aus ihrem Versteck in einem Putzschacht in einem Toilettenraum des Flughafengebäudes zu holen. Die Ermittler vermuten jetzt, dass die Waffe vom Kaliber 7,65 Millimeter bei dem geplanten Anschlag zum Einsatz kommen sollte. Damals jedoch war der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt worden, der einzige Vorwurf gegen ihn: unerlaubter Waffenbesitz. Nach Informationen der dpa hatte er diese Waffe nicht von der Bundeswehr.

Am gestrigen Mittwoch wurde der Mann während eines Lehrgangs im Rahmen seiner Einzelkämpferausbildung im unterfränkischen Hammelburg (Bayern/Landkreis Bad Kissingen) erneut festgenommen, nun wegen des schwerwiegenden Terrorverdachts.

Bei 16 Durchsuchungen in Frankreich, Deutschland und in Österreich  mit insgesamt 90 Einsatzkräften wurden außerdem Waffen und weiteres belastendes Material sichergestellt. In Friedberg (Hessen/Wetterau) wurde auch ein 24-jähriger Student festgenommen. Er soll ein Helfer des Hauptbeschuldigten sein und ebenfalls aus Offenbach stammen. Durchsucht wurden unter anderem die beiden Wohnungen der Beschuldigten. Es wurden dort Bestandteile von Sprengsätzen und Kriegswaffen gefunden. Sichergestellt wurden auch Dokumente, Laptops und Mobiltelefone.

Die beiden Männer sollen heute einem Haftrichter vorgeführt werden, wie Nadja Niesen von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt auf FR-Anfrage sagte. Zum mutmaßlichen Anschlagsziel der Männer machte sie keine Angaben.

Die innenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, vermutet eine Strategie hinter dem Vorgehen. „Es muss dringend geklärt werden, ob in der rechten Szene gezielt Anschläge geplant werden, um sie Geflüchteten in die Schuhe zu schieben“, sagte sie der „Mitteldeutschen Zeitung“. (mit dpa)

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