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Anschlag auf US-Abgeordnete Giffords Polizei sucht Komplizen des Arizona-Schützen

Nach dem Attentat auf die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords sucht die Polizei nun nach einem Komplizen des 22-jährigen Schützen. Insgesamt sind 19 Menschen verletzt. Fünf Opfer sind noch am Tatort verstorben, darunter auch ein Kind und ein Richter.

08.01.2011 20:25
Foto: REUTERS

Der Schütze von Arizona, der am Samstag vor einem Supermarkt in Tucson eine US-Kongressabgeordnete schwer verletzt und sechs Menschen getötet hat, handelte vermutlich nicht allein. Wie der zuständige Sheriff Clarence Dupnik am Samstagabend (Ortszeit) mitteilte, suchen die Behörden nach einem möglichen Komplizen „in den Fünfzigern“, der mit dem Schützen zum Tatort gekommen sei, aber keine Schüsse abgegeben habe. Dupnik sagte vor Journalisten weiter, dass die 40-jährige Abgeordnete Gabrielle Giffords das Ziel des Anschlags gewesen sei.

Nach Angaben des Sheriffs schoss der Täter, den Medien als 22-jährigen Jared Lee Loughner identifizierten, aus einer halbautomatischen Pistole. Insgesamt 19 Menschen hätten Schusswunden erlitten, fünf von ihnen seien noch am Tatort gestorben. Unter den Toten ist neben einem neunjährigen Mädchen auch ein Bundesrichter aus Arizona. Dupnik zufolge hätte der Täter wahrscheinlich weiter geschossen, hätten ihn nicht zwei „mutige“ Personen am Ort überwältigt.

Dupnik bestätigte, dass der Schütze „geistige Probleme“ und einen „kriminellen Hintergrund“ habe. Einzelheiten wollte er nicht mitteilen, nur, dass es Probleme während seiner Collegezeit und von seiner Seite auch Morddrohungen gegeben habe, allerdings nicht gegen die Abgeordnete.

Dupnik beklagte in diesem Zusammenhang ein hassvolles Klima in Arizona, das - wie er andeutete - unstabile Menschen beeinflussen könne. Wörtlich sagte er: „Wir sind zu einem Mekka des Hasses und der Vorurteile geworden.“

Wie weiter bekannt wurde, hatte sich der Schütze in der Vergangenheit beim Militär beworben, war aber abgewiesen worden. In der Schule sei er ein Einzelgänger gewesen.

Trauriger Tag für USA

US-Präsident Barack Obama hat in einer erneuten Reaktion auf den Anschlag auf eine US-Kongressabgeordnete die Tat als eine „Tragödie für das ganze Land“ bezeichnet. Die Schießerei vor einem Einkaufszentrum in Arizona, bei der Gabrielle Giffords schwer verletzt wurde, sei „entsetzlich“ und „sinnlos“, sagte Obama am Samstag in einer aus dem Weißen Haus übertragenen Stellungnahme.

Die Demokratin befindet sich in einem kritischen Zustand. Umfassende Ermittlungen seien eingeleitet worden und er habe FBI-Direktor Robert Mueller nach Arizona geschickt. Die angeschossene Abgeordnete Giffords bezeichnete Obama als „Freundin“, die von Kollegen und Wählern geschätzt werde. Er rief die US-Bürger auf, in „Zeiten solch einer Tragödie“ zusammenzuhalten und für die Opfer zu beten. Obama versprach eine umfassende Aufklärung des Falls.

Giffords sitzt seit 2006 für Arizona im US-Kongress. Sie wurde damals als erste Jüdin für Arizona ins Repräsentantenhaus gewählt und bei den Nachwahlen im November in ihrem Amt bestätigt. Giffords gilt als moderat und Vertreterin einer eher unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik. Die 40-Jährige ist mit dem NASA-Astronauten Mark Kelly verheiratet. (dpa/afp)

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