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Annäherung USA Kuba Päpstliche Diplomatie

Das historische Telefonat zwischen den Präsidenten der USA und Kubas ist der bisher größte Erfolg für Papst Franziskus’ internationale Friedensbemühungen. Das 78 Jahre alte Kirchenoberhaupt war in die knapp 18-monatigen Verhandlungen eingebunden.

Papst Franziskus spielte bei der historischen Annäherung eine zentrale Rolle. Foto: afp

Das Telefonat zwischen den Präsidenten der USA und Kubas war das wohl schönste Geburtstagsgeschenk für Papst Franziskus, der am Mittwoch 78 Jahre alt wurde. Dass er und die Diplomatie des Kirchenstaats bei der historischen Annäherung nach mehr als einem halben Jahrhundert Kalten Krieges eine zentrale Rolle gespielt hatten, war am selben Tag überraschend bekanntgeworden. Sowohl US-Präsident Barack Obama wie der kubanische Amtsinhaber Raúl Castro bedankten sich beim Papst, der in die knapp 18-monatigen Verhandlungen eingebunden war. Es ist der bisher größte Erfolg für Franziskus’ internationale Friedensbemühungen.

Das vatikanische Staatssekretariat bestätigte in einer kurzen Erklärung den persönlichen Einsatz des Argentiniers. In den vergangenen Monaten habe er in Briefen und Telefonaten Castro und Obama „dazu eingeladen, humanitäre Fragen von allgemeinem Interesse zu lösen, wie etwa die Lage einiger Gefangener, und eine neue Phase der Beziehungen zwischen beiden Ländern zu eröffnen“. Insbesondere soll sich Franziskus für die Freilassung des in Kuba inhaftierten US-Bürgers Alan Gross eingesetzt haben, heißt es in US-Medien.

Langer Einsatz für Annäherung

Obama hatte den Papst im März in Rom getroffen. Bei dem Gespräch war es auch um Kuba gegangen, wie US-Regierungskreise jetzt erklärten. Der Vatikan bestätigte zudem, dass im Oktober Delegationen aus Kuba und den USA im Kirchenstaat zusammengekommen waren.

Auch Franziskus’ Vorgänger hatten bereits ein Ende der US-Sanktionen gegen Kuba gefordert. Johannes Paul II. besuchte die Karibikinsel 1998 als erster Papst überhaupt, Benedikt XVI. dann 2012. Dass Franziskus selbst aus Lateinamerika stammt, hat zum Erfolg seiner Vermittlerrolle wohl ebenso beigetragen wie der immer noch große Einfluss der katholischen Kirche im kommunistischen Kuba. Schon als Erzbischof von Buenos Aires war er aktives Mitglied der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz, die sich mit US-Bischöfen für eine Normalisierung der Beziehungen einsetzte.

Schlüsselrollen bei den Verhandlungen sollen der kubanische Erzbischof Jaime Ortega sowie Vatikan-Staatssekretär Pietro Parolin gespielt haben. Der ehemalige Nuntius in Venezuela und erfahrene Diplomat ist der Außenminister des Kirchenstaats. Anfang Dezember erst hat Parolin auf einem Symposium in Rom das Ziel der Vatikan-Diplomatie umrissen: „Stets den Dialog und Verhandlungen als Mittel zur Lösung von Konflikten unterstützen, um so für Frieden und gegen Armut zu kämpfen.“ Im Kuba-Konflikt ist das gelungen.

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