Lade Inhalte...

Analyse Eine Vorlage für Hardliner im Iran

Kippt Trump das Atom-Abkommen mit Teheran, dann stärkt er die Falschen – eine Analyse.

UN-Vollversammlung
Irans Präsident Ruhani (l.) mit UN-Generalsekretär Guterres in New York. Foto: afp

Donald Trump geizte nicht mit Worten. Der Iran sei ein mörderischer und bankrotter Schurkenstaat, der nur Gewalt, Blutvergießen und Chaos exportiere. Den Atomvertrag nannte er eines der „schlechtesten und einseitigsten Geschäfte, die die USA jemals abgeschlossen haben“. Der Vertrag sei eine Erniedrigung seines Landes – „und ich denke nicht, Sie haben dazu das letzte Wort gehört“, polterte der US-Präsident. Die Reaktion aus dem Iran erfolgte prompt. „Trumps ignorante Hassrede gehört ins Mittelalter und nicht ins 21. Jahrhundert“, twitterte Außenminister Mohammad Dschawad Sarif.

Der bombastischen Rhetorik könnten bald tatsächlich Taten folgen. Am 15. Oktober steht für das Weiße Haus die nächste Zertifizierung des Atomabkommens an. Die Inspektoren der Atomenergiebehörde IAEO stellten bisher keine Verstöße der Islamischen Republik fest, trotzdem könnte Donald Trump seine Unterschrift verweigern, ohne zu sagen warum. „Sie werden sehen, was ich schon sehr bald im Oktober tun werde“, erklärte der US-Präsident kürzlich gegenüber Journalisten an Bord der „Air Force One“. Nach dem sogenannten Corker-Cardin-Gesetz hätte der Kongress dann 60 Tage Zeit, Konsequenzen zu ziehen. Er könnte weitere Sanktionen beschließen, die nichts mit dem Atomvertrag zu tun haben. Oder er könnte sich für eine Rückkehr zu dem kompletten Boykottregime vor Vertragsabschluss entscheiden. Falls Trump dieses Gesetz in Kraft setzt, hätten die USA den Atomvertrag gekündigt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum