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"Alternative für Deutschland" Arbeitslose wählen die AfD

Bei den Landtagswahlen 2014 waren unter den Wählern der AfD alle Berufsgruppen etwa gleich stark vertreten. Das hat sich grundlegend verändert - seit dem Rechtsruck spricht die Partei mehr Arbeitslose und einkommensschwache Wähler an.

21.03.2016 07:33
AfD
«Auf jeden Fall hat die AfD diesmal stärker in einem Revier der Linkspartei gewildert als noch bei der Landtagswahl in Brandenburg 2014», sagt Wahlforscher Roberto Heinrich. Foto: Andreas Arnold Foto: Andreas Arnold (esa)

Die AfD hat seit der Abspaltung des liberalen Flügels um Gründungsmitglied Bernd Lucke mehr einkommensschwache Anhänger dazugewonnen.

"Wir beobachten eine zunehmende Mobilisierung sozial prekärer Gruppen", sagte der Wahlforscher Roberto Heinrich von Infratest Dimap. Ein Grund dafür könne sein, dass sich die 2013 gegründete Partei heute stärker sozialen Themen widme als in ihrer Anfangsphase.

Auch stünden die früher dominierenden "neoliberalen Elemente" in der Programmatik der Partei jetzt nicht mehr so stark im Vordergrund. Die AfD sei heute nicht mehr die "Partei der Professoren", als die sie zu Beginn von vielen Wählern wahrgenommen worden sei. "Auf jeden Fall hat die AfD diesmal stärker in einem Revier der Linkspartei gewildert als noch bei der Landtagswahl in Brandenburg 2014", sagt Heinrich.

Die Alternative für Deutschland hatte bei den Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg unter den Arbeitslosen von allen Parteien den größten Stimmenanteil erreicht (32 Prozent). Für CDU und Grüne votierten jeweils 20 Prozent der arbeitslosen Wähler. In Sachsen-Anhalt, wo der Anteil der Erwerbslosen höher ist als im Südwesten, erhielt die AfD 38 Prozent der Stimmen der Arbeitslosen. Die Linkspartei wurde von 16 Prozent der Arbeitslosen gewählt. Etwas anders sah es nur in Rheinland-Pfalz aus. Hier wählten laut Infratest Dimap 28,5 Prozent der Arbeitslosen die SPD. 27 Prozent von ihnen gaben ihre Stimme der AfD.

Bei den Landtagswahlen 2014 waren unter den Wählern der AfD alle Berufsgruppen etwa gleich stark vertreten gewesen. Damals hatte die AfD in Brandenburg 14 Prozent der Stimmen der Arbeitslosen und 19 Prozent der Arbeiterstimmen erhalten. Auch 17 Prozent der Selbstständigen und 13 Prozent der Beamten hatten in Brandenburg die AfD gewählt.

AfD-Wähler sind eher jung

Die AfD hatte in ihren letzten Wahlkämpfen vor allem gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gewettert. Die rechte Partei wird eher von Männern als von Frauen gewählt. Und obwohl sie viele ältere Männer in Führungspositionen hat, sind die Wähler der AfD im Schnitt jung. Bei allen Landtagswahlen, an denen sie teilnahm, erzielte die AfD unter den Rentnern deutlich schlechtere Ergebnisse als in der Gesamtbevölkerung.

Bei den Älteren sei die Parteibindung generell stärker, weshalb es neue Parteien in dieser Wählergruppe schwer hätten, sagte Heinrich. Mit Blick auf die rechtsnationalen Slogans einiger AfD-Politiker spielten bei den Älteren womöglich auch noch Erinnerungen eine Rolle. "Es kann sein, das hier auch der Schatten des Krieges noch wirksamer ist", sagt der Wahlforscher.

Bernd Lucke wurde im Juli 2015 abgewählt. Der einstige AfD-Vorsitzende hatte daraufhin einen «Rechtsruck» der Partei konstatiert und gemeinsam mit anderen ehemaligen AfD-Mitgliedern die neue Partei Alfa gegründet. Die AfD hatte bei den Landtagswahlen in drei Bundesländern am 13. März zweistellige Ergebnisse erzielt. In Sachsen-Anhalt wurde sie zweitstärkste Kraft. (dpa)

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