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Alternative für Deutschland AfD Porträt von rechts

Autoren der rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" porträtieren auf 120 Seiten die Partei Alternative für Deutschland.

Bernd Lucke, hier auf dem Parteitag in Erfurt, gilt als das Gesicht der AfD. Foto: imago/Jens Jeske

Es ist keine offizielle Parteigeschichte, aber eine mit großer Sympathie verfasste Chronik der jüngsten Partei der Republik: Auf rund 120 Seiten zeichnen Autoren der rechtskonservativen Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ die Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ nach. Das Jahr 2014 werde darüber entscheiden, ob es ihr „gelingt, sich dauerhaft im Parteiensystem als ernsthafte politische Alternative zu etablieren“, schreibt Chefredakteur Dieter Stein im Vorwort.

Und stolz weist er darauf hin, dass der spätere AfD-Vorsitzende Bernd Lucke in einem Interview der „Jungen Freiheit“ Ende Mai 2012 zum ersten Mal öffentlich über eine Parteigründung nachgedacht habe.

Auflösung des konservativen Milieus

„Die AfD bearbeitet ein Feld, das schon viele vor ihr zu beackern versuchten“, stellt Stein fest. Seit Jahrzehnten habe es „Dutzende Anläufe“ gegeben, „eine bürgerliche, liberalkonservative oder nationalliberale Alternative neben den Unionsparteien zu etablieren“. Als Erstes nennt er die „Republikaner“, danach den „Bund Freier Bürger“ und die „Rechtsstaatliche Offensive“ des früheren Richters Ronald Schill.

Auch die Debatte um Thilo Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ zählt er zu den Vorboten einer politischen Veränderung. Die CDU habe „an vorderster Front“ für die Auflösung ihres konservativen Milieus gekämpft, indem sie sich „in einen schizophrenen ‚Kampf gegen rechts‘“ einordne. Die FDP habe die „scheunentorgroße Marktlücke“ rechts neben einer „euroseligen CDU mit Linksdrall“ nicht wahrnehmen wollen. Den Linken sei es dagegen gelungen, die „Festung“ des Parteiensystems aufzubrechen. Auf der Rechten habe dazu lange „ein ernst zu nehmender Kopf gefehlt“ – bis Lucke auf den Plan getreten sei.

Nach Auffassung der „Junge Freiheit“-Autoren „sorgten die Medien mitunter unfreiwillig dafür, dass die AfD mit dem Thema Euro-Krise verbunden und als Gegenspieler zu den im Bundestag vertretenen Parteien wahrgenommen wurde“. Die Studie zeichnet ausführlich den Konflikt der Parteiführung mit Mitgliedern nach, die die AfD noch weiter rechts positionieren wollen. Sie bezeichnen es als „Gratwanderung“, sich von den bestehenden Parteien abzusetzen, die eigenen Anhänger „bei der Stange zu halten“ und dabei „nicht über das Ziel hinauszuschießen“.

Der Erfolg könne ihr dabei gefährlich werden, heißt es. Denn wenn Lucke ins Europaparlament gewählt werde, könne er nicht mehr in jeden Streit eingreifen. „Neue Machtzentren“ würden sich bilden: „Für die AfD wird damit die Emanzipation von ihrer Führungsfigur beginnen – mit unabsehbaren Konsequenzen.“

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