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Air Base Ramstein Das 750-Millionen-Euro-Projekt

An der Air Base in Ramstein entsteht das größte US-Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten. Dass die US-Verantwortlichen ein solch großes Projekt in der Region realisieren möchten, wird als Zeichen dafür gesehen, welche große Bedeutung Ramstein für die Amerikaner hat.

23.10.2014 16:25
Von Marcus Klöckner
Ein verwundeter GI wird aus Afghanistan abtransportiert, Zwischenstation Deutschland. Foto: rtr

Ein Krankenhaus mit bis zu 93 Betten, eine Poliklinik, ein Verwaltungsgebäude, zwei Parkhäuser und ein Hubschrauberlandeplatz: Es ist ein Mega-Projekt des US-Militärs, das derzeit auf einem gut 59 Hektar großen Gebiet in der Nähe des rheinland-pfälzischen Ramstein umgesetzt wird.

47 Hektar Wald wurden seit Beginn der Rodungsarbeiten im Februar abgeholzt. Heute steht nun der Spatenstich zu einem Bauvorhaben an, das ein Volumen von 750 Millionen Euro hat. Auf einem Areal zwischen Weilerbach und Ramstein-Miesenbach wird das wohl größte US-Militärhospital außerhalb der USA entstehen. Zum Beginn des Bauvorhabens hat sich die Bundesbau- und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) angekündigt.

Dass die Verantwortlichen auf US-Seite ein solch großes Projekt in der Region realisieren möchten, wird auch als Zeichen dafür gelesen, welch große Bedeutung die US-Air-Base in Ramstein für die Amerikaner hat. Der US-Stützpunkt ist personalmäßig die „größte Einrichtung der US-Air-Force außerhalb der Vereinigten Staaten“, heißt es in den Unterlagen zur Einführung des geplanten Bauvorhabens. Die US-Militärgemeinde Kaiserslautern umfasst gut 50 000 Mitglieder.

Zwar existiert bereits ein großes Militärhospital der Amerikaner in der Region, doch dieses ist gut 13 Kilometer von der Air Base entfernt in einem Waldgebiet nahe der Stadt Landstuhl. Zunächst standen Überlegungen an, das Landstuhl Regional Medical Center(LRMC) zu renovieren und zu modernisieren, doch unter anderem aus Kostengründen entschieden sich die Verantwortlichen auf US-Seite für den Bau eines neuen Hospitals. 1953 wurde das Haus in Landstuhl erbaut, gut 495 000 Patienten können nach US-Angaben theoretisch auf die medizinische Betreuung zugreifen. Im Zeitraum zwischen 2004 und 2010 sollen nach Angaben der US-Soldatenzeitung „Stars and Stripes“ über 60 000 Soldaten in dem Militärkrankenhaus auf dem Kirchberg behandelt worden sein. Allerdings liegt das Hospital kilometerweit weg von der Air Base in Ramstein.

Wichtiger Vorteil

Der neue Krankenhaus-Komplex grenzt unmittelbar an den amerikanischen Flugplatz. Das dürfte die US-Seite als einen wichtigen Vorteil betrachten. In den Unterlagen zu dem Bauvorhaben wird deutlich, wie notwendig offensichtlich der Bedarf an einer an den Stützpunkt eng angebundenen medizinischen Versorgung ist. Dort heißt es, die mittlerweile erforderliche Kapazität für den Transport der verletzten Soldaten von der Ramstein Air Base zum Landstuhl-Hospital sei zum Zeitpunkt des Baus noch nicht vorherzusehen gewesen. Ebensowenig mögliche Gefahren durch Terrorismus.

Aus einer Entscheidung des Bundesministeriums der Verteidigung bei einem Anhörungsverfahren zum Neubau des US-Klinikums Weilerbach im August 2012 geht hervor, dass das US-Hospital in Landstuhl in einem geradezu desolaten Zustand sein soll.

Da ist die Rede von einer Grundriss-Struktur, „die aus heutiger medizinischer Sicht viel zu weitläufig und auch unter dem Aspekt der Notfallmedizin vollkommen ineffizient ist.“ Die vorhandenen Raumgrößen seien „bereits für den heutigen Stand der Gerätemedizin unbrauchbar.“ Außerdem soll es „wesentliche bauliche Brandschutzmängel“ geben, die „kurz-oder mittelfristig nicht behoben werden können.“ Hinzu kämen Hygieneprobleme aufgrund „des Alterungsprozesses der Infrastruktur“, besonders bei den Wasseranlagen seien die Probleme „nur noch äußerst schwer beherrschbar“ und stellten ein „latentes Infektionsrisiko“ da.

Zweifel an dieser Darstellung äußerten unter anderem Vertreter der Lokalpolitik, fest steht aber: Das Krankenhaus in Landstuhl ist in die Jahre gekommen. Nach Angaben des US-Militärs werden dort nicht nur amerikanische Soldaten und ihre Angehörigen behandelt, sondern auch Soldaten der Koalitionsstreitkräfte, die „im Nahen Osten, in Afrika und in Teilen von Asien in Militäreinsätzen der Vereinigten Staaten und der Nato tätig sind.“

Das Krankenhaus soll auch die Ramstein Air Base Clinic ersetzen. Nach den aktuellen Plänen wird es 2022 eröffnet.

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