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Afghanistan Zahlreiche Tote bei Anschlag in Kundus

Bei einem Anschlag auf ein Rekrutierungszentrum der afghanischen Armee im Norden des Landes sind mindestens 36 Menschen getötet worden.

14.03.2011 11:29
Polizisten kümmern sich um die Opfer des Attentats in Kundus. Foto: REUTERS

Ein Selbstmordattentäter hat am Montag in einem Rekrutierungszentrum der Armee in der nordafghanischen Stadt Kundus mindestens 36 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben des Sprechers des Gouverneurs der Provinz Kundus, Mahboobullah Sayedi, wurden rund 40 weitere Menschen bei dem schweren Anschlag verletzt. Ein Behördensprecher sagte, die Mehrzahl der Opfer seien Männer, die in die Armee eintreten wollten. Ein Taliban-Sprecher sagte per Telefon von einem unbekannten Ort, für den Anschlag sei die islamistische Organisation verantwortlich. Der Attentäter habe das Rekrutierungszentrum mit an seinem Körper befestigten Sprengsätzen betreten.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte, bei dem Anschlag seien vier Kinder getötet worden. Das Attentat auf das Rekrutierungszentrum sei ein „unverzeihlicher Terrorakt gegen diejenigen, die zum Schutz ihrer Nation der Armee beitreten wollten“. In Afghanistan kommt es immer wieder zu blutigen Anschlägen, die meist von den radikalislamischen Taliban verübt werden. Mit Anschlägen speziell gegen Rekrutierungszentren der Armee und auch der Polizei wollen sie junge Afghanen davon abhalten, sich den Sicherheitskräften des Landes anzuschließen.

Keine deutschen Opfer

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verurteilte den „verachtenswerten Angriff“ auf das Rekrutierungszentrum. Die „Feinde Afghanistans“ würden durch eine starke afghanische Armee bedroht und griffen daher die Zivilisten an, die sich in den Dienst der Zukunft ihres Landes stellen wollten, erklärte Rasmussen in Brüssel. In der Provinz Kundus ist auch die Bundeswehr stationiert. Ein Bundeswehr-Sprecher im Feldlager Kundus sagte der Nachrichtenagentur dpa, deutsche Soldaten seien nicht betroffen.

Erst am vergangenen Donnerstag waren bei einem Selbstmordanschlag in Kundus-Stadt der Provinz-Polizeichef Abdul Rahman Sayedkhili und zwei seiner Leibwächter getötet worden. Vor drei Wochen riss ein Selbstmordattentäter der Taliban im Distrikt Imam Sahib nördlich von Kundus 31 Menschen mit in den Tod. (afp/dpa)

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