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Afghanistan EKD warnt vor "Weiter so"

Die Evangelische Kirche in Deutschland verlangt Kurskorrekturen beim Afghanistan-Einsatz. Ein bloßes "Weiter so" würde dem militärischen Einsatz die friedensethische Legitimation entziehen, warnt die EKD.

26.01.2010 00:01

Hannover. Acht Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Kurskorrekturen verlangt. Ein bloßes "Weiter so" würde dem militärischen Einsatz die friedensethische Legitimation entziehen, warnen EKD-Spitzenrepräsentanten in einem Kirchenwort zu Afghanistan, das am Montag in Hannover veröffentlicht wurde.

Darin heißt es: "Wir werben dafür, dass nicht die militärische Logik das Denken, Planen und Organisieren für Afghanistan beherrscht, sondern dass den zivilen Anstrengungen der Vorrang zukommt, der ihnen in friedensethischer Hinsicht gebührt." Dem Bundestag wird empfohlen, zugleich mit dem Mandat für den Bundeswehreinsatz auch einen Beschluss zum Einsatz ziviler Kräfte zu fassen. Unterzeichner sind die Ratsvorsitzende Margot Käßmann, ihr Stellvertreter Nikolaus Schneider, Militärbischof Martin Dutzmann und der Friedensbeauftragte Renke Brahms. Zum Jahreswechsel hatte Bischöfin Käßmann für den Satz "Nichts ist gut in Afghanistan", mit dem sie den bisherigen Einsatz bewertet hatte, harsche Kritik aus der Politik geerntet.

Einen Termin für den Rückzug aus Afghanistan nennt die evangelische Kirche nicht. Sie befürwortet allerdings ein Datum, um den gesamten Einsatz zu überprüfen. "Nach mehr als acht Jahren ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und, wo erforderlich, Kurskorrekturen vorzunehmen." Die bisherigen Ergebnisse seien "zwiespältig und ernüchternd". (epd)

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