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Afghanistan Attentat 17 Tote bei Anschlag in Afghanistan

In der nordafghanischen Provinz Samangan reißt ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsfeier mindestens 17 Menschen mit in den Tod. Auch ein einflussreicher Abgeordneter und der Geheimdienstchef der Provinz sterben bei dem Attentat im Einsatzgebiet der Bundeswehr.

14.07.2012 14:12
Der Ort des Anschlags in der Provinz Samangan. Foto: rtr

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeit sind im Verantwortungsbereich der Bundeswehr im Norden Afghanistans mindestens 17 Menschen getötet worden. Unter den Opfern war nach Angaben der afghanischen Präsidentschaft auch der bekannte Abgeordnete und Brautvater Ahmed Chan, der einst als Mudschahed gegen die sowjetischen Besatzer des Landes gekämpft hatte. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Der Selbstmordattentäter hatte sich offenbar als Gast der Hochzeitsfeier in Aybek, der Hauptstadt der Provinz Samangan, ausgegeben. Einem Sprecher der afghanischen Sicherheitskräfte zufolge zündete er seinen Sprengstoffgürtel, als er Chan beim Eintreten in das zweistöckige Gebäude umarmte. Der Abgeordnete hatte demnach den Empfang für die Hochzeit seiner Tochter ausgerichtet, dem mehrere ranghohe Regierungsvertreter beiwohnten.

Karsai verurteilt Tat

Präsident Hamid Karsai verurteilte die Tat. Seinen Angaben zufolge wurden bei dem Anschlag 17 Menschen getötet und 43 weitere verletzt. Unter den Toten sei neben dem Abgeordneten Chan auch der Geheimdienstchef der Provinz. Zuvor hatte das Büro von Staatschef Karsai von 23 Toten gesprochen, diese Angabe aber später nach unten korrigiert.

Bei dem Anschlag seien erneut „unschuldige Menschen“ und mit Chan auch ein früheres Mitglied des Dschihads gegen die sowjetische Besatzung getötet worden, erklärte Karsai. Chan, der einst eine Miliz anführte, habe sich für die Einheit des Landes stark gemacht.

Karsai machte die „Feinde Afghanistans“ für den Anschlag verantwortlich. Dies gilt als Hinweis auf die radikalislamischen Taliban. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte der Nachrichtenagentur AFP, ihm sei bisher kein Anschlag der Islamistengruppe in Nordafghanistan bekannt. Im Norden des Landes ist aber auch die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU) aktiv, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida in Verbindung stehen soll.

Die Provinz Samangan gehört zum von Deutschland geführten Regionalkommando Nord in Afghanistan und ist verglichen mit anderen Landesteilen, in denen die Taliban gewaltsam gegen die afghanischen und ausländischen Truppen kämpfen, relativ friedlich. Bei Anschlägen und Gewalt wurden nach UN-Angaben im vergangenen Jahr landesweit mehr als 3000 Zivilisten getötet. (afp)

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