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AfD Wähler der AfD ticken ganz anders als die der Union

Eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung sieht starke Unterschiede zum Weltbild von CDU- und CSU-Anhängern. Sie warnt vor einem Anpassungskurs nach rechts.

Jungen Alternative
Mitglieder der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative bei einer Demonstration im Februar in Büdingen. Foto: Michael Schick

Anders als von Vertretern des rechten Flügels von CDU und CSU gelegentlich behauptet, gibt es kaum Schnittmengen zwischen Wählern der Union und der AfD. Das jedenfalls geht aus einer Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung hervor, die am Donnerstag in Berlin präsentiert wurde. So bestünden große Unterschiede bei der emotionalen Grundstimmung und bei den Zukunftserwartungen. Hier sei die Distanz zwischen Anhängern von Union und AfD besonders groß.

„Vor allem die Wähler der AfD, mit gewissem Abstand aber auch die Wähler der Linken, weisen Zukunftserwartungen auf, die stark durch negative Gefühle geprägt sind“, heißt es in dem Papier, das auf drei repräsentativen Umfragen beruht. Wähler von Union und FDP blickten optimistisch in die Zukunft, die Wähler von SPD und Grünen stehen demnach dazwischen.

Der Aussage „Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland“ stimmen laut Studie 33 Prozent der Befragten zu. Unter den AfD-Anhängern sind es 83 Prozent, bei den Unionsanhängern nur 14 Prozent. Dazwischen liegen FDP (15), SPD (17), Grüne (22) und Linke (53). Dem Satz „Ich habe häufig Angst vor dem, was kommen wird“, pflichten insgesamt 34 Prozent bei, bei den Unionsanhängern sind es 19 Prozent, bei den AfD-Anhängern 59 Prozent. Dazwischen liegen FDP (22), SPD und Grüne (je 34), Linke (43).

Auffällige Unterschiede zwischen den Parteien existieren auch bei der Frage, welche Gefühle die Wähler mit ihnen verbinden. Das sind bei der AfD vor allem Empörung, Unbehagen und Angst. Bei der Union werden, aber viel weniger stark ausgeprägt, Sicherheit, Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung genannt. Woher die emotionalen Unterschiede kommen, konnten die Autorinnen und Autoren der Studie nicht sagen.

Vorsicht bei der „konservativen Revolution“

Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), heute Chef der Adenauer-Stiftung, hält die emotionale Komponente in der Politik für „eher unterschätzt“. Es werde zu einseitig auf rationale Kalküle abgestellt, sagte er und verwies etwa auf den Bundestagswahlkampf 1972, bei dem die SPD mit dem Slogan antrat: „Willy wählen“. Zugleich geht Lammert nach eigenen Worten mit den Daten „sehr vorsichtig“ um. Zwar riet er dem CSU-Landesgruppenvorsitzenden Alexander Dobrindt mit Blick auf dessen Plädoyer für eine „konservative Revolution“ „zu etwas mehr Vorsicht“. Wer sich im Umfeld der Union bewege, habe ein „deutlich anderes Weltbild“ als Anhänger der AfD, so Lammert. Andererseits hält er die These, AfD-Wähler seien letztlich gar nicht mehr erreichbar, für „zu flott“.

In der CDU gibt es zwei Richtungen. Die Mehrheit zumindest der Funktionsträger auf der Bundesebene wollen den Kurs der Mitte halten und die AfD klein kriegen, indem sie Probleme zum Beispiel in der Flüchtlingspolitik lösen. Eine Minderheit in der CDU und die Mehrheit der Funktionsträger in der CSU wollen der AfD das Wasser abgraben, indem sie ihre Inhalte und ihren politischen Stil teils übernehmen. Ob Letzteres gelingt, wird sich am 14. Oktober zeigen. Dann wird in Bayern gewählt.

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