Lade Inhalte...

AfD Nazi-Montagen aus dem Vogtland

Die sächsische AfD will gegen Geschmacklosigkeiten eines ihrer Kreisverbände vorgehen – mit allen Mitteln.

Angela Merkel
Eine Whatsapp-Gruppe aus dem Vogtland, mindestens neun Personen, soll unter anderem Fotomontagen zur standrechtlichen Erschießung von Bundeskanzlerin Angela Merkel verbreitet haben. Foto: rtr

Dümmer geht immer, geschmackloser auch. Angeblich ist sogar die Spitze der sächsischen AfD entsetzt über das, was Teile der Partei im Vogtland jüngst getrieben haben. Mit drastischen Maßnahmen bis hin zum Parteiausschluss werde man darauf reagieren, kommentierte Sprecher Andreas Harlaß.

Eine Whatsapp-Gruppe aus dem Vogtland, mindestens neun Personen, soll unter anderem Fotomontagen zur standrechtlichen Erschießung von Bundeskanzlerin Angela Merkel verbreitet haben.Eine weitere Botschaft zeigt angeblich eine SS-Mütze mit der Aufschrift „Liebe Flüchtlinge, an diesen Mützen erkennen Sie Ihren Sachbearbeiter“.

Medien wurden auf den Fall aufmerksam, ein interner Untersuchungsbericht der AfD über das menschenverachtende und rechtsextremistische Treiben drang an die Öffentlichkeit – die öffentliche Distanzierung der Parteispitze folgte auf dem Fuße. Der AfD-Landesverband lässt verlauten, man habe bereits am 24. März gegen mehrere Mitglieder des betroffenen Kreisverbands Ordnungsmaßnahmen bis zum Parteiausschluss eingeleitet. Der Vorsitzende des Kreisverbands, selbst Mitglied der Whatsapp-Gruppe, sagte laut „tagesschau.de“ aber, etwas „strafrechtlich relevantes eines unserer Mitglieder“ sei ihm nicht bekannt.

Im Untersuchungsbericht heißt es zur der Montage mit der SS-Mütze, diese „allein und unkommentiert wäre für die AfD in der öffentlichen Wahrnehmung verheerend“. AfD-Generalsekretär Jan Zwerg verdeutlichte noch: „Dieses Verhalten ist grob parteischädigend und hat mit den politischen Wertevorstellungen der Alternative für Deutschland Sachsen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Wir gehen mit konsequenter Härte dagegen vor.“

Die politische Konkurrenz glaubt der AfD aber kein Wort. Die sächsische SPD fordert eine Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag. Die Grünen nennen die Entrüstung der AfD-Spitzen „heuchlerisch“. Die Partei sei „in ihrem Wesenskern grundgesetzfeindlich“, so Fraktionschef Volkmar Zschocke. „Die Äußerungen sind unmittelbarer Ausfluss der menschenverachtenden AfD-Ideologie“ – aber auch nicht neu, weder die Ideologie dahinter, noch „Dimension oder Ausmaß an Menschenverachtung und Geschmacklosigkeit“. So etwas, bemerkt Zschocke, lasse sich tagtäglich von der AfD und ihren Partnern in den Sozialen Medien finden.

Ex-Parteichefin Frauke Petry sagte, es offenbare sich das wahre Gesicht der angeblichen Alternativpartei. Die „Chemnitzer Freie Presse“ zitierte sie damit, dass im AfD-Kreisverband Vogtland sich „einmal mehr“ zeige, „dass nicht nur Einzelpersonen, sondern inzwischen reihenweise Parteifunktionäre mindestens zum ideologischen Vorfeld der NPD gehören“. Petry, heute bei der Blauen Partei und als Fraktionslose im Sächsischen Landtag und im Bundestag, meinte über den Zustand ihrer früheren politischen Heimat: „Gesundbeten lässt sich die AfD schon lange nicht mehr.“ 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen