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AfD Kampfansage von AfD-Vize Henkel

Die Alternative für Deutschland (AfD) steckt mitten in einem Klärungsprozess. Ihr Vize Hans-Olaf Henkel leidet unter seiner Partei und klagt über Karrieristen und Querulanten. Er habe auch allerlei "Unanständige und Intolerante" entdeckt.

Hans-Olaf Henkel hat in seiner Partei allerlei "Unvernünftige, Unanständige und Intolerante" entdeckt. Foto: REUTERS

Neue Parteien sind immer ein Konglomerat von Aktivisten und Mitgliedern verschiedenster Herkunft und Couleur. Erst mit der Zeit zeigt sich, welche Richtung dominiert, welche Abweichler sie erträgt. Die Alternative für Deutschland steckt mitten in diesem Klärungsprozess, der sich auch zwischen der intellektuellen Gründungs- und Führungsschicht und der neu dazugewonnenen Basis abspielt. Eine besondere Rolle kommt dabei den Anhängern in Ostdeutschland zu, wo die AfD erstmals in drei Landtage eingezogen und daher besonders populär und anziehend ist.

Ein offener Brief des einstigen Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und heutigen Europaabgeordneten der AfD Hans-Olaf Henkel gewährt nun einen tiefen Einblick in die kulturellen Abgründe, die sich für ihn in der AfD auftun.

Anders als noch vor Monaten bekundet, hat der distinguierte Hans-Olaf Henkel inzwischen in seiner Partei nämlich auch allerlei „Unvernünftige, Unanständige und Intolerante“ entdeckt, wie er dem „Spiegel“ gesagt hat.

"Rechtspopulisten und Querulanten"

Das hat Proteste in der Mitgliedschaft ausgelöst, denen Henkel nun mit einem offenen Brief an die „lieben Mitstreiter“ nicht wirklich entgegengetreten ist. Ganz im Gegenteil: Er bestätigt sein Urteil und setzt noch eins drauf. Ja, es gebe diese Leute, „die wenigen, aber oft sehr lauten Karrieristen, Rechtspopulisten und Querulanten“. Am Beispiel der Debatte über das geplante Freihandelsabkommen TTIP schildert Henkel, woran er in seiner Partei so leidet. Die Diskussionen verliefen oft sehr emotional, was auch an grotesken Vorurteilen gegenüber den USA liege. „So habe ich in meinen vielen Auftritten in Ostdeutschland in den Einstellungen einiger Zuhörer immer noch den starken Einfluss der 40-jährigen Indoktrination gefunden (Russland = friedlich, Nato = Krieg).“ Dazu gehörten abenteuerliche Verschwörungstheorien.

„Wir sollten bei aller berechtigten Kritik gegenüber einigen Aspekten der US-Politik auch den – von einigen unter uns gern geschürten – Antiamerikanismus durch Aufklärung bekämpfen, anstatt ihn direkt oder indirekt über den Umweg von TTIP noch zu befeuern“, verlangt Henkel. Und überhaupt: Er habe TTIP bisher nicht unterstützt, weil er es noch gar nicht kenne. „Wie kann man dann dagegen sein, wenn man es noch gar nicht kennt?“

Er wolle aufklären, statt zuzusehen, „wie ganz linke und ganz rechte (inzwischen leider auch innerparteiliche) Ideologen unsere Mitglieder mit dauernden Fehlinformationen zum Freihandel, zur Globalisierung und zu TTIP in eine mentale Sackgasse locken“.

Wer Parteifreunden so zusetzt, braucht einen Ausgleich, und den findet Henkel leicht. „Unvernünftige, Unanständige und Intolerante“ gebe es nämlich nicht nur bei der AfD, schreibt er. Solche Leute gebe es in den Altparteien sogar an der Spitze: „Zum Beispiel solche Ehrabschneider wie Fahimi, Schäuble, Kramp-Karrenbauer & Co. – wir können über uns zumindest sagen, dass solche Personen bei uns keine Spitzenpositionen einnehmen.“ Na, dann.

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