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AfD Ein Pfarrer kämpft gegen die AfD

Der katholische Stadtdekan Christian Hermes nennt die rechte AfD verlogen. Als Christ könne man die Partei, einen „Zwilling der Islamisten“, auf gar keinen Fall wählen.

Christian Hermes sieht in der AfD das schlimmste Übel. Foto: dpa

Ohne übertreiben zu wollen: Von allen 14 404 katholischen Priestern in Deutschland dürfte Monsignore Christian Hermes der sein, den man in der AfD am heftigsten verachtet. Weil es umgekehrt ähnlich sein dürfte. „Es gibt keine verlogenere Bewegung für mich als die AfD“, sagt Hermes, Stadtdekan in Stuttgart. Bei den Landtagswahl in Baden-Württemberg sagte der katholische Stadtdekan geradeheraus, wen man als Christ auf gar keinen Fall wählen könne: die AfD.

Hermes, 45 Jahre alt und seit 2011 im Amt, fällt schon lange durch Haltung, klare Sprache und noch klarere Kante auf. Für ihn ist die 2013 gegründete Partei offensichtlich ein schlimmes Übel, das man auch so benennen sollte. Kürzlich schrieb er einen Brief an Professor Jörg Meuthen, den AfD-Parteivorsitzenden neben Frauke Petry. Darin nannte er Meuthen den „braven Biedermann der AfD“, der abwegigste und gefährlichste Verrücktheiten von Parteikollegen decke, bagatellisiere und verteidige. Er verwahrte sich dagegen, dass sich die AfD auf das Christentum berufe, warf ihr Verrat am christlichen Abendland vor und nannte sie einen „Zwilling der Islamisten“, weil sie den Islam auf eine kriegerisch-aggressive Ideologie reduziere.

Das saß. Meuthen konterte. In der FAZ nannte er alles „blanken Unsinn“, den AfD-Islamisten-Vergleich „pervers“, und weil es eine Facebookseite gibt, auf der Hermes den Brief öffentlich machte, ergossen sich die üblichen Beleidigungen über den Gottesmann. Er sei der verlogenste Pfarrer in der deutschen Kirche, ein Pfaffe, ein scheinheiliger Vollidiot. Was ihm aber nicht viel ausmacht: „Beleidigungen perlen an mir ab“, sagt er.

Für Hermes sind katholischer Glaube und AfD nicht vereinbar, und die AfD überflüssig, weil schädlich: „Eine Partei, die unter dem Deckmantel der Bürgerlichkeit Ausländerfeindlichkeit und Hass schürt und für kein einziges Problem eine Lösung hat, ist keine Alternative für unser Land.“ Die AfD habe längst den Kreis der Parteien verlassen, die auf dem Boden der Verfassung stehen.

Was ihn am meisten aufregt – er nennt es das „Spiel“ der AfD: provozieren, verbal zuschlagen und wenn die Aufregung groß ist, alles relativieren wollen: War nicht so gemeint, war wieder von der „Lügenpresse“ aufgebauscht. Er wünscht sich, dass sich mehr Christen gegen die AfD stellten. „Ich finde, dass die Kirche da mutiger sein könnte.“ Es sei einfach „nicht christlich“, was die AfD in der Flüchtlingsfrage vertrete. „Da muss man klar widersprechen.“

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