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AfD Dubiose Wintergrüße von der AfD

Der Sprecher der sächsischen AfD-Fraktion postet das Bild eines Julfest-Kerzenleuchters auf Facebook. Er ist einem Vorbild aus dem Nationalsozialismus nachempfunden.

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Ist es am Ende egal, ob Gauland nun gewählt wurde oder ein noch „Schlimmerer“? Foto: rtr

Die Originale hatten KZ-Häftlinge für die SS töpfern müssen: Der Pressesprecher der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag, Andreas Harlaß, hat auf seinem privaten Facebook-Profil das Foto eines sogenannten Julleuchters veröffentlicht – und zeitweilig sogar zu seinem Titelbild gemacht. Der Leuchter, der für das Foto mit Blumen und einer brennenden Kerze geschmückt wurde, ist einem Vorbild aus dem Nationalsozialismus nachempfunden.

„Das ist eindeutig ein Replikat eines SS-Julleuchters“, sagt die Historikerin Kirsten John-Stucke. „So etwas wird von einschlägigen rechten Online-Versandhäusern angeboten.“ John-Stucke ist Expertin für die Geschichte der SS: Sie leitet das Museum auf der Wewelsburg bei Paderborn, die im Nationalsozialismus zur Kult- und Terrorstätte der SS umgebaut wurde und heute eine Gedenkstätte beherbergt.

SS wollte Ersatzreligion

„Die SS wollte eine germanische Ersatzreligion schaffen und vom Christentum abrücken“, erklärt John-Stucke. Die Julleuchter, die Heinrich Himmler regelmäßig an seine SS-Männer verschenkte, hätten dabei zu einem zentralen religiösen Symbol werden sollen. „Die SS hatte die Absicht, das Weihnachtsfest komplett durch ein Julfest zur Wintersonnenwende zu ersetzen“, sagt die Historikerin. Hergestellt worden seien die Leuchter von Häftlingen der Konzentrationslager Dachau und Neuengamme. „In den Julleuchtern verbindet sich Ideologie und Terror“, meint die Museumsleiterin.

„Der Leuchter“, erklärt Andreas Harlaß auf Anfrage der FR, „ist ein Erbstück meiner Eltern und mir daher sehr wichtig.“ Und er sei nicht verboten. Seine Antworten verbindet der AfD-Sprecher mit einer Drohung: „Sollten Sie in irgendeiner Form zu konstruieren versuchen, dass ich eine besondere Nähe zur als verbrecherische Organisation eingestuften SS hege, werde ich juristische Schritte gegen Sie und Ihr Blatt einreichen – Schadenersatz-Klage inklusive.“

Harlaß war fast 20 Jahre lang Redakteur der „Bild“-Zeitung in Dresden, schrieb dann für die rechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ – und stellte unter anderem die Alleinschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg infrage. Seit 2014 ist er Pressesprecher der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen.

Bei Facebook, wo er sich aktuell in Kleidung der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke Thor Steinar präsentiert, drückte der AfD-Sprecher bei mehreren neonazistischen Seiten den „Gefällt-mir“-Button. Und er gehört in dem sozialen Netzwerk der Gruppe eines bekannten Reichsbürgers an. Auf Anfrage der FR erklärt er jedoch: „Weder habe ich Kontakte noch Sympathien zu sogenannten ‚Reichsbürgern‘“.

Einem Leipziger Fotografen und Sänger, der junge blonde Frauen im Stil von Nazi-Propagandabildern zu fotografieren pflegt und passend dazu auch selbst mit Braunhemd und Seitenscheitel posiert, spendierte Harlaß mehrere Likes. Die Bilder tragen Titel wie „Deutsche Leibeszucht“, „Bereit zum Kampf“ oder „Germanische Blutsgemeinschaft“. Besonders begeisterte Harlaß jedoch ein auf schwarz-weiß getrimmtes Bild von vier bezopften Mädchen in kurzen weißen Kleidern. „Bewahrung eignen Blutes“ hat es der Fotograf getauft. „Tolles Foto“, kommentierte Harlaß. Und: „Gänsehaut.“

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