Lade Inhalte...

AfD Die Kritik lässt Gauland kalt

Die Äußerungen von AfD-Spitzenkandidat Gauland über die Integrationsbeauftragte Özoguz stoßen auf scharfe Kritik. Doch für eine Entschuldigung sieht er keinen Anlass.

29.08.2017 07:07
"hart aber fair"
Alexander Gauland im Fernsehen. Foto: dpa


AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland sieht nach seiner vielfach als rassistisch kritisierten Wahlkampfäußerung über Staatsministerin Aydan Özoguz keinen Anlass für eine Entschuldigung bei der SPD-Politikerin. „Nein, ich muss mich bei Frau Özoguz nicht entschuldigen“, sagte er am Montagabend in der ARD-Sendung „hart aber fair“.

Gauland in der ARD-Sendung „hart aber fair“

Özoguz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung ist, hatte im Mai in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ geschrieben, „eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar“. Gauland reagierte am Samstag im Eichsfeld in Thüringen mit den Sätzen: „Das sagt eine Deutschtürkin. Ladet sie mal ins Eichsfeld ein, und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist. Danach kommt sie hier nie wieder her, und wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.“

Gauland sagte in der ARD, Auseinandersetzungen im Wahlkampf seien manchmal hart. Und seine Kollegin Alice Weidel sei in einer Satire-Sendung eine „Nazi-Schlampe“ genannt worden. „Dagegen ist „entsorgen“ ein harmloses Wort.“

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sagte in der ARD-Sendung an die Adresse des AfD-Politikers: „Diese Sprache ist ekelhaft, sie ist menschenverachtend.“ Sprache könne auch als „politische Brandstiftung“ wirken. Der Grünen-Poliker Jürgen Trittin betonte, neben dem Wort sei auch der Sachverhalt „völlig unakzeptabel“. Gauland habe Özoguz das „Bürgersein“ abgesprochen: „Die verbale Ausbürgerung – das geht überhaupt nicht.“

Im „Bild“-Talk legte Gauland nach

Im „Bild“-Talk legte Gauland nach. Er sprach Özoguz „eine Kenntnis des deutschen Landes“ ab und sagte: „Wer von spezifisch deutscher Kultur nichts wissen will, gehört nicht in dieses Land.“
Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag): „Gauland ist ein Hetzer, der mit seinen widerlichen Äußerungen Rassismus verbreitet und die Gesellschaft spalten will.“ Dagegen helfe nur, am 24. September zur Wahl zu gehen. (dpa)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier AfD

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen