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AfD-Chefin Petry holt sich Focus-Redakteur als Sprecher

Focus-Redakteur Michael Klonovsky wird künftig als Kommunikationschef für Frauke Petry arbeiten. Der in der rechten Szene bekannte Autor wird von Petry dringend benötigt. Ein Kommentar.

Hat einen neuen Pressesprecher: Frauke Petry. Foto: dpa

Die von den Rechtspopulisten des Landes viel geschmähte „Lügenpresse“ verliert einen ihrer eigentümlichsten Vertreter. Der Focus-Redakteur Michael Klonovsky wird künftig als Kommunikationschef für eine Ikone der deutschen Rechtspopulisten, die AfD- Bundessprecherin Frauke Petry arbeiten. Klonovsky, der sich selbst als „reaktionär“ beschreibt, wird von Petry dringend benötigt. Die AfD-Politikerin hatte vor einigen Wochen die Zusammenarbeit mit dem Pressesprecher der Partei aufgekündigt, der seitdem nur noch für alle anderen Mitglieder des Bundesvorstands spricht. Klonovsky wird also in Zukunft die Stimme Petrys sein.

In der rechten Szene ist der 53-Jährige, der in der DDR aufgewachsen ist  und in der  Wendezeit zum Journalismus fand, seit langem ein bekannter  Autor. Mochte er sein Geld  auch beim wenig textlastigen Focus unter anderem als Chef vom Dienst oder als Leiter des Debattenressorts verdienen, Klang hat sein Name schon seit längerer Zeit vor allem unter Lesern der Zeitschrift „Eigentümlich frei“, einer Plattform der Neuen Rechten. Klonovsky schreibt sehr gut- wenn er will. Aber er will nicht immer: „Von ihrem Amt sowie ihrer Geschlechtslosigkeit abgesehen, schienen lange Zeit kaum Ähnlichkeiten oder gar Verbindungen zwischen A. Hitler und A. Merkel zu bestehen. Mittlerweile dämmert es vielen, dass es eine womöglich fundamentale, ins Metaphysische reichende Allianz zwischen den beiden geben könnte insofern, als die heutige Kanzlerin den letzten Willen des Führers, das Verschwinden der Deutschen, zwar nicht direkt exekutiert - das erledigen sie durch ihre Kinderwunscharmut allein -, aber immerhin kolossal beschleunigt.“ Diese Bemerkungen hat Klonosky Anfang dieses Jahres auf seinem privaten Blog verübt. Man kann sie – wie Klonovsky - für ironisch halten, aber wer in ihnen nicht mehr als eine Vermählung von Widerwärtigkeit und Dummheit erkennt, liegt auch nicht falsch.

Womit er sich die Wertschätzung Petrys erschrieben hat, ist nicht bekannt. Manche seiner Bücher wurden hochgelobt,  mit einigen – auch im Focus veröffentlichten – Bemerkungen dürfte er ausschließlich im Kreis von Rechtsradikalen salonfähig geworden sein: „Jeder Muezzinruf beinhaltet eine Feinderklärung.“ Das hätte ein Pegida-Marschierer mit einer Bierflasche am Hals nicht besser formulieren können.

Klonovsky wird seine Arbeit für Petry nicht allein verrichten, sondern an der Seite des Vorsitzenden der „Jungen Alternative“, Markus Frohnmaier. Die Focus-Redaktion, heißt es, soll den Abgang ihres Autors nach 24 Jahren mit Erleichterung aufgenommen haben - typisch Lügenpresse.

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