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Abstimmung Beobachter sehen keinen Wahlbetrug in Kenia

Ausländische Beobachter bescheinigen der Wahl in Kenia einen fairen Verlauf. Kenias Oppositionschef spricht weiter von Manipulationen.

Wahlen in Kenia
Gespannte Ruhe in Nairobi. Foto: dpa

Kenias Oppositionschef Raila Odinga steht mit seinem Vorwurf, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl vom Dienstag seien massiv gefälscht worden, alleine da. Am Donnerstag bescheinigten die Chefs aller ausländischer Beobachtermissionen der Abstimmung einen glaubwürdigen Verlauf.

Sowohl die Vertreter der EU wie des Commonwealths und der Afrikanischen Union sagten, dass ihnen keine größeren Unregelmäßigkeiten bekannt geworden seien. Schon am Vortag hatte die kenianische Wahlkommission IEBC den Vorwurf Odingas zurückgewiesen, das Computersystem der unabhängigen Kommission sei gehackt und die Zahlen manipuliert worden. 

„Unser System ist sicher“, sagte IEBC-Direktor Ezra Chiloba: „Es gab zu keinem Zeitpunkt einen internen oder externen Zugriff, weder vor, während, noch nach den Wahlen.“ IEBC-Präsident Wafuli Chebukati sprach von einem Versuch von Hackern, in das System einzudringen, der allerdings gescheitert sei. 

EU-Missionschefin Marietje Schaake forderte den Verlierer auf, seine Niederlage einzugestehen. „Kandidaten und ihre Unterstützer müssen akzeptieren, dass nicht zu gewinnen ein natürlicher Teil des demokratischen Kräftemessens ist“, sagte die niederländische Politikerin. 

Odinga, der nach der Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen um fast zehn Prozent hinter dem amtierenden Präsidenten Uhuru Kenyatta liegt, hatte am Mittwoch vom „größten Betrugsfall in der Geschichte Kenias“ gesprochen. Seine Organisation, die Nationale Super Allianz (Nasa), verfüge über Beweise, dass Hacker mit den Zugangsdaten des vor zehn Tagen ermordeten Wahlbeamten Chris Msando die Stimmen im Computersystem der IECB manipuliert hätten.

Die Opposition erklärte Odinga am Donnerstagabend zum Wahlsieger; er soll laut Nasa rund eine Million Stimmen Vorsprung haben. Das vorläufige Endergebnis der Wahlkommission soll am Freitagnachmittag bekannt gegeben werden. 

Nachdem Odinga seine Vorwürfe am Mittwoch öffentlich gemacht hatte, kam es in mehreren Teilen Kenias zu Gewalttätigkeiten. In einem Slum der Hauptstadt Nairobi erschossen Polizisten zwei Anhänger Odingas, die mit Buschmessern eine Polizeistation angegriffen hätten. In der Odinga-Hochburg Kisumu kam es zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei – insgesamt sollen in der Nacht zum Donnerstag vier Kenianer ums Leben gekommen sein. Odinga rief seine Anhänger zur Mäßigung auf. Am Donnerstag blieb es weitgehend ruhig.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Kenia

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