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80. Geburtstag Gorbatschow ist bedrückt über Russland

Ausgerechnet an seinem Geburtstag hat Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow die Kremlführung scharf angegriffen. Der letzte sowjetische Generalsekretär sagte, er beobachte einen Angriff auf die Freiheiten und Rechte der Menschen“.

02.03.2011 11:50
Foto: dapd

Der russische Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow, einer der Väter der Deutschen Einheit, hat an seinem 80. Geburtstag erneut die Kremlpolitik scharf kritisiert. Unter Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin beobachte er einen „Angriff auf die Freiheiten und Rechte der Menschen“, sagte der frühere Sowjetpräsident nach Angaben der Agentur Interfax.

Gorbatschow ermöglichte 1989 den Fall der Berliner Mauer und beendete den Kalten Krieg zwischen Ost und West. In Moskau, wo der strikte Alkohol-Gegner am Mittwoch zu einer Feier mit Saft und Wasser einlud, steht er als „Totengräber der Sowjetunion“ in der Kritik.

Während „Gorbi“ im Westen gefeiert wird, weil er mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) die Welt veränderte, steht er heute in seiner Heimat politisch im Abseits. Russische Politiker, Historiker und Politologen streiten auch 20 Jahre nach Gorbatschows Abgang als Sowjetpräsident über dessen geschichtliche Bedeutung. „Er hat die Schleusen der Freiheit geöffnet“, sagte der Politologe Wjatscheslaw Nikonow.

Kommunistenchef Gennadi Sjuganow bezeichnete Gorbatschow als „Verräter“ und „Zerstörer“, der mit schweren politischen Fehlern die Auflösung der Sowjetunion verschuldet habe. Der Universitätsprofessor Nikonow sagte, dass Gorbatschows Festhalten an der kommunistischen Planwirtschaft der schwerste politische Fehler gewesen sei. (dpa)

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