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28. Jahrestag der Einheit Tag der Deutschen Einheit in Berlin

Die Euphorie nach dem Mauerfall ist längst weg, die Deutschen sind noch immer auf dem Weg zur inneren Einheit. Nun wird in Berlin gefeiert.

03.10.2018 10:38
Bürgerfest
Besucher des Bürgerfests tummeln sich vor dem mit einer Installation des Street Art-Kunstlers JR versehenen Brandenburger Tor. Foto: Christoph Soeder

Deutschland feiert den mit einem großen Fest in der Hauptstadt. An den zentralen Feierlichkeiten nimmt auch die Staatsspitze teil.

Zu einem Bürgerfest unter dem Motto „Nur mit Euch“ rund um das Brandenburger Tor werden Zehntausende Besucher erwartet. Anlässlich des 3. Oktober hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betont, die deutsche Einheit sei eine Erfolgsgeschichte.

Alle nehmen dann an einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom sowie einem Festakt in der Staatsoper teil, bei dem Schäuble die Festrede halten wird. Zwischen beiden Terminen sind Begegnungen mit der Bevölkerung im angrenzenden Lustgarten vorgesehen.

Indes mahnten Politiker mehr Respekt der Deutschen füreinander an. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte, Ostdeutsche erlebten nahezu täglich emotionale Verletzungen und müssten sich für alles rechtfertigen. Die Fraktionschefin der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek, meinte, Ost und West zu verbinden, sei noch nicht erledigt. „Wir brauchen ein neues „Wir“-Gefühl.“

Ostdeutsche nicht fair behandelt

Der neue Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) sprach sich für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Wiedervereinigung aus. „Dies kann helfen, emotionale Wunden zu heilen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Viele Ostdeutsche seien nach 1990 nicht fair behandelt worden - dies sei lange nicht genügend beachtet worden. „Gerade weil bei der Wiedervereinigung auch Fehler begangen wurden, muss es heute eine gesamtstaatliche Verpflichtung sein, die Entwicklung im Osten besonders zu unterstützen“, verlangte Brinkhaus.

Das Einheitsfest wurde bereits am Montag eröffnet. Die Feier findet stets in dem Land statt, das gerade den Bundesratspräsidenten stellt. 2019 ist Schleswig-Holstein dran. Michael Müller übergibt den Staffelstab symbolisch an Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Am Brandenburger Tor wurde schon 1990 die wiederhergestellte deutsche Einheit gefeiert.

Die Einheit sei eine historische Gemeinschaftsleistung, erklärte Müller. Die friedliche Revolution habe es nur gegeben, weil Menschen gemeinsam für Demokratie und Menschenrechte gestritten hätten. Mit der Einheitsfeier werde auch ein Zeichen gegen diejenigen gesetzt, die einen Keil in die Gesellschaft treiben wollten. Der Osten Deutschlands verdiene mehr Anerkennung und Verständnis.

Berlin rechnete mit einer Million Besuchern

Im jüngsten Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Einheit heißt es, es gebe wirtschaftliche Fortschritte, aber immer noch große Unterschiede zum Westen. Viele Ostdeutsche hätten das Gefühl, dass ihre Probleme nicht richtig wahrgenommen würden. Die Politik müsse mehr den Dialog mit den Bürgern suchen, sagte der Ostbeauftragte, Christian Hirte. Merkel hatte in einem Zeitungsinterview betont, „die Probleme, die die Menschen umtreiben“, müssten ernst genommen und gelöst werden.

Berlin rechnete mit einer Million Besucher bei dem dreitägigen Fest. Sie können auf eine Reise durch die Bundesländer gehen, die mit Ständen vertreten sind. Es gibt auch eine Geschichtsmeile, sportliche Angebote, eine Open-Air-Ausstellung mit Fotos aus der Zeit nach dem Mauerfall sowie Workshops.

Ein etwa zweieinhalb Kilometer langes Band der Einheit besteht aus am Boden aufgeklebten Ortsschildern aller 11 040 deutschen Städte und Gemeinden. Der französische Street-Art-Künstler JR hat das Brandenburger Tor mit einer riesigen Foto-Collage in Szene gesetzt. Laut Senat sind für das Fest Kosten von rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Etwa 200 Partner beteiligten sich.

Bei dem Abschlusskonzert treten Künstler wie Nena, Samy Deluxe oder Namika auf. Krönender Abschluss soll ein Feuerwerk sein.

Die Polizei wird mit rund 4000 Beamten unterwegs sein, um das Fest zu sichern und Demonstrationen zu begleiten. Dabei sind auch Kräfte aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz. „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet“, so ein Sprecher. Besucher müssen sich auf Kontrollen an den Eingängen des umzäunten Festgeländes einstellen, hieß es im Senat. Größere Rucksäcke und Taschen sollten zu Hause bleiben. (dpa)

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