Lade Inhalte...

Wölfe Jakutien eröffnet die Jagd auf Wölfe

In Ostsibirien herrscht eine regelrechte Wolfsplage. Die Regierung von Jakutien hat sogar der Ausnahmezustand ausgerufen. Nun beginnt ein Großeinsatz gegen die wilden Tiere an deren am Ende sollen nur 500 Wölfe überlebt haben.

Wölfe haben in Ostsibirien im vergangenen Jahr über 16000 Rentiere gerissen. Die Regierung eröffnet nun die Jagd auf die wilden Tiere. Foto: dpa

hrend man sich in Deutschland bemüht, den einst ausgestorbenen Wolf wieder anzusiedeln, hat man in Ostsibirien das umgekehrte Problem. Die Regierung von Jakutien hat eine regelrechte Wolfsplage festgestellt und deshalb den Ausnahmezustand ausgerufen. An diesem Dienstag soll ein dreimonatiger Großeinsatz gegen die Wölfe beginnen.

Überfälle auf Rentiere

Gouverneur Jegor Borisow begründete die Maßnahme mit den zahlreichen Überfällen auf Rentiere. Weil die übliche Beute in diesem Jahr schlecht ausfällt – die Zahl der Schneehasen ist zurückgegangen – bewegen sich hungrige Wölfe bis in die zentralen Gebiete der Region und fallen dort Rentierherden an. Allein im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums mehr als 16?000 Rentiere von Wölfen gerissen oder zu Tode gehetzt worden. Jedes Rentier kostet im Schnitt 10000 Rubel, etwa 250 Euro, wie Borisow auf einer Beratung zur Wolfsplage sagte. Zudem seien 314 Pferde gerissen worden. Die Regierung gibt die Zahl der Wölfe mit 3?500 an. Wissenschaftler nennen als optimale Zahl für Jakutien 500 Exemplare.

Nun soll die Wolfsjagd ausgeweitet werden. Dazu gehört die teure Jagd vom Hubschrauber aus. Außerdem sollen eigene Trupps für die Wolfsjagd ausgerüstet und die finanziellen Anreize verstärkt werden. Derzeit zahlt die Regierung 20000 Rubel pro Wolfspelz, die Gemeinden legen weiteres Geld drauf. So belohnt der Momsker Bezirk Jäger mit weiteren 10000 Rubel, und dem besten Wolfsjäger winkt sogar ein neuer Motorschlitten.

Vergiftete Köder

Die Tatsache, dass Jakutien die Zahl der Wölfe auf 500 senken will, findet der WWF-Experte Wladimir Krewer zwar zu ehrgeizig, das Vorgehen an sich sei aber nichts Außergewöhnliches. „Die Wolfspopulation entwickelt sich wellenförmig“, sagt er. Er schätzt die Zahl der Wölfe in Jakutien sogar auf 6?000. Auch andere Gebiete Russlands litten unter zu vielen Wölfen, so wie vor zwei Jahren die Republik Tuwa. Jedoch zweifelt er an der Zuverlässigkeit der Schadensberichte.

Insgesamt lebten in Russland 52000 Wölfe, sagt der Biologe Alexander Bondarjew. Ihre Zahl habe seit der Sowjetzeit stark zugenommen. Das habe juristische Gründe: Einige Jagdmethoden seien mittlerweile verboten – etwa das Jagen mit gewissen Fallen, aber auch das Auslegen stark vergifteter Köder. Der Gouverneur Borisow will unter Berufung auf die Ausnahmesituation bei der Zentralregierung die Erlaubnis erwirken, solche Methoden wieder einzusetzen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen