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Weihnachtskrippe Gericht verbietet Weihnachtskrippe

In einem Rathaus in Frankreich darf keine Weihnachtskrippe mehr aufgestellt werden. Dies hat ein Gericht beschlossen. Zur Begründung wird angegeben, dass es sich bei der Krippe um ein "religiöses Wahrzeichen" handele, das in einem öffentlichen Gebäude nichts zu suchen habe.

16.10.2015 15:27
Die drei Könige huldigen Jesus. Aufnahme einer Krippe im Hof des Rettershofes in Königstein. Foto: Martin Weis

Ein Berufungsgericht im französischen Melun hat dem Rathaus der Stadt verboten, auf seinem Gelände eine Weihnachtskrippe aufzustellen. Das Gericht begründete das Verbot damit, dass es sich bei der Krippe um ein "religiöses Wahrzeichen" handele und diese daher in einem öffentlichen Gebäude keinen Platz habe, wie das Rathaus am Freitag erklärte. Das Gericht reagierte damit auf eine Klage eines Freidenker-Verbands, der bereits Ende 2012 eine Beschwerde gegen das Rathaus wegen "Kompetenzüberschreitung" eingereicht hatte.

Der konservative Bürgermeister Gérard Millet der Partei Die Republikaner hatte sich seit Jahren geweigert, der Forderung nach einem Verzicht auf eine Weihnachtskrippe im Hof des Rathauses der Stadt südlich von Paris nachzukommen. Ende 2014 hatte das Verwaltungsgericht Melun seine Zustimmung für das Aufstellen der Krippe erteilt. Die Freidenker gingen gegen diese Entscheidung in Berufung, woraufhin das Berufungsgericht ihnen nun Recht gab.

Logische Entscheidung

Ein Sprecher der Freidenker sagte, die Justiz habe "endlich eine logische Entscheidung" getroffen und die Weihnachtskrippe als religiöses Symbol anerkannt. "Das ist keine Folklore und es geht dabei um den Laizismus und die Neutralität der öffentlichen Dienste", sagte der Sprecher. Frankreichs laizistische Verfassung sieht eine strikte Trennung von Kirche und Staat vor und verbietet daher religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen.

Der Bürochef des Bürgermeisters von Melun, Dominique Mathiot, sagte hingegen, er sei "überrascht" über die Entscheidung des Berufungsgerichtes. Das Rathaus strebe nun an, den Fall vor den Staatsrat zu bringen. Sollte die Krippe weiterhin verboten bleiben, würden stattdessen Schilder aufgestellt, auf denen der nicht-religiöse Charakter der Krippe erklärt werde. Diese sei schlicht Teil der Weihnachtskultur und stehe überdies im hinteren Bereich des Rathauses in einem sogenannten Weihnachtsdorf zwischen Eisbär- und Pinguinfiguren, sagte Mathiot.

Ganz anders als in Melun entschied ein Berufungsgericht im westfranzösischen Nantes. Es kippte vor wenigen Tagen ein Urteil des Verwaltungsgerichtes, wonach auch im dortigen Rathaus keine Krippe aufgestellt werden dürfe. Dem Berufungsgericht zufolge sind in der Krippe mit Maria, Josef und Jesus und den anderen Figuren zwar religiöse Elemente enthalten, die jedoch "im Zusammenhang mit einer Tradition zur Vorbereitung des Familienfestes Weihnachten" zu begreifen seien. (AFP)

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