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Was soll das? Jetzt ein Nickerchen

Ziemlich modern: In Nap-Bars kann jeder neben Fremden spontan eine Runde schlafen.

Bei Siesta & Go gibt’s Klassenfahrt-Feeling inklusive. Foto: Siesta&Go

Es ist der perfekte Ort für den modernen Großstädter, also den Avocadotoast-Esser, sozialstressgeplagt, Smartphone-verwachsen. Den ganzen Tag ist er auf dem Sprung. Seine winzige Altbauwohnung im hippen Viertel der Innenstadt sieht er nur nachts. Aber zum Schlafen kommt er auch dann nur selten, denn nach der Arbeit geht’s noch in die Bar oder den Club oder zum Ausdauersport.

Das Date mit der Tinder-Bekannschaft wird noch irgendwo dazwischen gepackt. Bloß nicht stillstehen, bloß nichts verpassen. Für all‘ diese Allzeit-Bereit-Menschen gibt es die sogenannten Nap Bars. Orte fürs Instant-Schläfchen zwischendurch. Ruhe auf Bestellung. Ideal für alle, die sich gerne einen weiteren Termin im Kalender eintragen.

In Paris ist die ZZZen Bar à Sieste schon lange ein Erfolg und in der Nap Station in London knacken neben Businessmen auch viele Touristen. Gut besucht sind auch das Pauz in Brüssel, das Yelo Spa in New York City und die unzähligen kleinen Nap Cafés in Tokio, wo der Trend längst zum Alltag gehört. Gerade erst hat eine weitere Bar in Madrid eröffnet.

Schlafkojen im Jugendherbergenstil

Die erste in Spanien. Im Land des gepflegten Mittagsschläfchens war das auch höchste Zeit. Das Siesta & Go. beschreibt sich selbst als „Ort, an dem Du Dich in Deiner Freizeit ausruhen kannst, wann Du willst“. Es gibt neben 19 Schlafplätzen noch Lehnsessel, auf denen man gemütlich die Beine hochlegen kann, und Arbeitsplätze mit Internetzugang – um auch am Ruheort möglichst produktiv sein zu können.

Die Schlafkojen im Jugendherbergenstil sind spartanische Hochbetten aus Birkenholz. Immerhin lässt sich mit einem Vorhang oder auf dem oberen Deck mit einem Tunnel etwas Privatsphäre schaffen. Die Laken und Bettwäsche werden nach jedem Besucher gewechselt. Leih-Pyjamas, Hausschuhe und schalldichte Kopfhörer gibt’s am Tresen.

Wer seine Tagestief-Zeiten kennt, macht bei Siesta & Go einen festen Termin aus, die Nap Bar akzeptiert aber auch Walk-ins. Eine Minute Power-Nickerchen kostet 23 Cent, pro Stunde werden 14 Euro fällig. Chronisch Übernächtigten bietet das Unternehmen auch eine Flatrate an.

Den müden Madrider scheint’s zu gefallen. Mehr als 1000 Leute folgen Siesta & Go schon auf Facebook, die Bewertungen sind vorwiegend positiv. „Eine fantastische Idee“, schreibt Nutzerin Marta. „Perfekt“, findet Luis.

Mit mehreren Fremden in einem Zimmer nickern hat auf jeden Fall den Vorteil, dass man sich im Großstadtgewirr nicht einsam fühlt. Ein toller Treffpunkt für Singles ist das Nap Café allemal. Nach dem Motto „Du hast im Schlaf so schön gegrunzt. Darf ich mich zu Dir legen?“

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