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Waldbrände Vorboten der Apokalypse

Trotz 19 Löschflugzeugen scheint der Kampf gegen die Flammen aussichtslos. Die Feuer im Süden Frankreichs sind aber nicht nur Trockenheit und Hitzewelle zuzuschreiben.

Brände
Bormes-les-Mimosas, Département Var in Frankreich: Touristen spannen am Strand aus, in den Hügeln dahinter kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. Foto: afp

Auf dem Papier sind die vielen Feuer hübsch anzusehen. Die von Frankreichs Medien erstellten Karten vom Süden des Landes sind mit gelben und roten Tupfern übersät. Und es werden immer mehr. Die gelben stehen für erfolgreich eingedämmte Waldbrände, die roten für noch lodernde oder neu ausgebrochene. Aus der Nähe indes scheinen die sich entlang der französischen Mittelmeerküste ausweitenden Feuersbrünste Vorboten der Apokalypse. 

Aus Pinienwäldern schießen gigantische Feuer empor. Schwarzer Qualm verdüstert den Horizont. Löschflugzeuge kreisen über dem Inferno, werfen Wasser ab, ohne dass sich das Szenario entscheidend verändern würde. Windböen mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 70 Stundenkilometern fachen das Feuer immer wieder von Neuem an. Dörfer und Campingplätze werden evakuiert. In den sozialen Netzwerken machen Fotos verkohlter Autos und ausgebrannter Ferienwohnungen die Runde. Mehr als 20 Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten des Zivilschutzes befinden sich mit leichten Verletzungen, Rauchvergiftungen und in einem Fall auch schweren Brandwunden in ärztlicher Behandlung. Nach den verheerenden Waldbränden in Portugal und Italien gehen nun auch Teile Südfrankreichs und Korsikas in Flammen auf. 

Einschließlich zweier von der EU bereitgestellter Canadair-Maschinen sind dort 19 Löschflugzeuge im Einsatz – zu wenig, wie Frankreichs Innenminister Gérard Colomb eingeräumt hat. Der Minister hat die Bestellung sechs weiterer Flugzeuge angekündigt. Am Mittwochabend hat Regierungschef Edouard Philippe das besonders schwer betroffene Departement Var aufgesucht, um sich über das Ausmaß der Bedrohung und der Schäden zu informieren. 

Die an Mondlandschaften erinnernden Kohle- und Aschefelder hatten sich bis dahin auf mehr als 5000 Hektar ausgeweitet. Am Vortag waren es 4000, am Montag 3000 Hektar gewesen. Was immer Präfekten, Bürgermeister oder Feuerwehrkommandanten bisher an Bilanzen gereicht haben: Die Aufstellungen erwiesen sich stets als vorläufig. Was auch für die Zahl der Rettungskräfte gelten dürfte. Mehr als 4000 Feuerwehrleute und Zivilschutz-Soldaten aus ganz Frankreich waren nach Angaben des Innenministeriums am Mittwoch im Einsatz. 

Zu den bisher spektakulärsten Bränden zählt jener, der in der Nacht zum Mittwoch den zwischen Saint-Tropez und Hyères gelegenen Badeort Bormes-des-Mimosas heimsuchte. Gegen Mitternacht hatten die dort gegen die Feuersbrunst kämpfenden 560 Feuerwehrleute noch geglaubt, die sich mit durchschnittlich 83 Metern pro Minute nähernde Flammenwand aufhalten zu können. Zwei Stunden später war die Zuversicht dahin. Die Behörden ordneten eine nächtliche Massenevakuierung an. Etwa 12 000 Menschen, darunter 3000 Camping-Urlauber, wurden in Sicherheit gebracht. 

Dass es so weit kommen konnte, ist nicht allein monatelanger Trockenheit und einer im Juni Rekordwerte erreichenden, vom Klimawandel kündenden Hitzewelle zuzuschreiben. Nach Angaben des „Nationalen Instituts für wissenschaftliche und technologische Forschung für Umwelt und Landwirtschaft“ sind 92 Prozent der Brände Menschenwerk. Knapp ein Drittel davon ist Brandstiftern zuzuschreiben, der Rest rührt von weggeworfenen Zigarettenkippen her, von Bauarbeiten, Auto- und Zugverkehr oder auch schadhaften Stromleitungen. 

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