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Wacken Open Air 2012 Unfalltod überschattet Wacken-Bilanz

Tausende Heavy-Metal-Fans haben beim Wacken Open Air drei Tage lang friedlich durchgefeiert. Jetzt sind die Massen wieder abgezogen. Der Unfalltod eines jungen Mannes überschattet die ansonsten positive Festival-Bilanz.

06.08.2012 07:39
Foto: dapd

Tausende Heavy-Metal-Fans haben beim Wacken Open Air drei Tage lang friedlich durchgefeiert. Jetzt sind die Massen wieder abgezogen. Der Unfalltod eines jungen Mannes überschattet die ansonsten positive Festival-Bilanz.

Rund 75.000 Besucher feierten beim weltweit größtem Heavy-Metal-Festival in Wacken drei Tage lang durch - trotz des miesen Wetters. Insgesamt rund 130 Bands traten bei dem Festival in einem Dorf in Schleswig-Holstein auf. Insgesamt blieb es friedlich, die Polizei zog ein positives Fazit.

Überschattet wurde das Festival allerdings vom tragischen Unfalltod eines Wacken-Besuchers. Der junge Mann aus Süddeutschland starb auf der Ladefläche seines Autoanhängers wahrscheinlich an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, nachdem Gase eines Notstromaggregats unter sein Zeltdach geströmt waren. Der leitende Notarzt des Festivals, Achim Marx, sprach im dapd-Interview von einer vorläufigen Todesursache, die erst noch bei einer Obduktion bestätigt werden müsse.
Der Mann, Jahrgang 1990, war am Samstagabend gegen 17.50 Uhr von Bekannten leblos auf der Ladefläche seines Autoanhängers entdeckt worden. Er hatte sich etwa zwei Stunden zuvor im Campingbereich des Festivalgeländes zum Schlafen auf die Ladefläche gelegt. Die Ladefläche war nach Angaben des Polizeisprechers mit einer Plane zugedeckt. Dicht am Anhänger stand das Notstromaggregat, von dem aus Gase unter die Plane strömten. Rettungskräfte versuchten 30 Minuten lang vergeblich, den Mann zu reanimieren. Auch ein früheres Eingreifen hätte dem jungen Mann wohl nicht mehr helfen können, wie es weiter von der Polizei hieß.
Noch sei der junge Mann nicht obduziert worden, sagte Marx, der seit mehr als fünf Jahren leitender Notarzt des Festivals ist. Auch er bezeichnete den Unfall als „tragisch“. „Sehr lange“ hätten die Einsatzkräfte versucht, den „klinisch toten“ Mann wiederzubeleben. Wann der Mann obduziert werden soll, konnte Marx zunächst nicht sagen. Die Leiche sei am Samstag dem Bestatter übergeben worden.

„Für uns alle ist das ganz tragisch und schlimm“

Die Veranstalter des Festivals zeigten sich bestürzt über den Unfall. „Wir sind total geschockt, für uns sind die Fans das wichtigste“, sagte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen der Nachrichtenagentur dapd. Und dieser Unglücksfall überschatte alles. „Wir müssen das erst einmal verarbeiten“, betonte er.

Bereits 2007 hatte es auf dem Festivalgelände einen tödlichen Unglücksfall gegeben. Damals war ein Besucher im Schlamm ausgerutscht und unter einen Rettungswagen gekommen, der gerade auf dem Weg zu einem Notfall war. 2011 war der Anreiseverkehr zum Festival von einem schweren Verkehrsunfall überschattet worden, bei dem eine junge Frau getötet worden war.

Polizei registriert 430 Straftaten

Beim diesjährigen Wacken Open Air (W:O:A) registrierte die Polizei unter den insgesamt etwa 100.00 Menschen (75.000 Fans, dazu Service- und Sicherheitspersonal sowie Rettungskräfte) rund 430 Straftaten. Auch stellten die Beamten rund 100 Gramm Drogen sicher und nahmen drei Menschen fest. Die Veranstaltungskriminalität habe sich im Vergleich zu den Vorjahren reduziert, bilanzierte Polizeisprecher Schwichtenberg. Das Wacken Open Air sei ein sicheres Festival.

130 Bands auf sieben Bühnen

Von Donnerstag bis zum frühen Sonntagmorgen hatten die Heavy-Metal-Fans aus 35 Ländern trotz wolkenbruchartiger Regenfälle und stark verschlammter Wege in Wacken gefeiert. So waren allein am Freitag mehr als 20 Liter Regen pro Quadratmeter in einer halben Stunde auf die Besucher niedergeprasselt. Alljährlich herrscht in der beschaulichen Gemeinde mit 1.800 Einwohnern im Kreis Steinburg reger Verkehr, wenn sich Metaller aus aller Welt ihren Weg durch die Straßen bahnen. 2012 war das nach Veranstalterangaben weltgrößte Heavy-Metal-Festival bereits zum siebten Mal in Folge ausverkauft. Rund 130 Bands traten auf insgesamt sieben Bühnen auf, darunter die Scorpions, Oomph! und Saxon.
Das 24. Wacken Open Air findet 2013 vom 1. bis 3. August statt. Bereits zugesagt haben Bands wie Anthrax, Nightwish und Sabaton sowie die deutsche Königin des Heavy Metal, Doro. Erwartet wird 2013 zudem die legendäre Band Deep Purple („Smoke On The Water“). (dapd)

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