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Viersen Prozess-Beginn um tödliche Attacke auf Mädchen

Ein 17-Jähriger muss sich wegen Mordes an seiner Ex-Freundin verantworten. Laut Anklage betrachtete er seine Freundin als sein Eigentum. Als sich die 15-Jährige von ihm trennte, soll er sie erstochen haben.

10.12.2018 07:58
Trauerkerzen
Trauerkerzen und Blumen am Tatort in Viersen. Foto: Roland Weihrauch

Der gewaltsame Tod eines Mädchens in Viersen am Niederrhein hatte bundesweit Aufsehen erregt - von diesem Montag an muss sich ihr 17-jähriger Ex-Freund wegen Mordes verantworten. Der Jugendliche soll die 15-Jährige am helllichten Tag in einem Park mit mehreren Messerstichen getötet haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jugendlichen heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Sollte er dafür verurteilt werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten findet der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Eltern des Opfers sind Nebenkläger in dem Verfahren.

Zunächst Unschuldiger unter Verdacht

Die 15-Jährige hatte sich laut Anklage wenige Tage vor der Tat von dem Jugendlichen getrennt. Der betrachtete sie laut Staatsanwaltschaft aber als sein Eigentum. Unter einem Vorwand soll er sie in den Park gelockt haben, um auf ihrem Handy Hinweise auf einen neuen Freund zu suchen. Als er meinte, diese gefunden zu haben, habe er das Mädchen unvermittelt mit einem 25 Zentimeter langen Messer angegriffen und getötet.

Für die Verteidigung wird es nach Angaben des Anwalts Helmuth Jenrich vor Gericht vor allem um die rechtliche Wertung der Tat gehen. Sein Mandant habe das Mädchen nicht heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet. Sollte das Gericht dem folgen, stünde eine Verurteilung wegen Totschlags und eine mildere Jugendstrafe im Raum.

Falsche Zeugenbeschreibungen hatten in dem Fall zunächst dazu geführt, dass die Polizei nach einem Mann mit nordafrikanischem Aussehen fahndete und ein 25 Jahre alter Türke unter falschen Verdacht geriet. Das führte nach Polizeiangaben zu einer Flut von Hasskommentaren und Vorverurteilungen in den sozialen Medien. (dpa)

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